Ihr Weg in die Zukunft
Wir Menschen haben viele Möglichkeiten, uns frei zu entscheiden. Das unterscheidet uns grundlegend von den Tieren, bei denen man das Verhalten ziemlich genau voraussagen kann. Es gibt zum Beispiel Vögel, von denen man weiß, wann sie nach Süden ziehen, wo sie nisten und ihre Jungen aufziehen. Bei Fischen weiß man ebenfalls, welche Nahrung sie suchen und wo, wann und wie man sie fangen kann.
Tiere folgen festen Verhaltensmustern, gesteuert durch angeborene Instinkte und Triebe. Dieses Verhalten beruht nicht auf bewußten Entscheidungen, sondern ist vorprogrammiert. Daher ändert sich dieses Verhalten nicht; so wie es gestern war, so ist es auch heute, und im nächsten Jahr wird es sein, wie es vor hundert Jahren war.
Aber der Mensch ist anders. Er ist ein Lebewesen, das Entscheidungen treffen kann - und muß. Unsere moderne technologische Gesellschaft verlangt sogar immer mehr bewußte Entscheidungen von uns.
Sehen wir uns zunächst einmal ein paar Beispiele solcher Entscheidungen an:
Sie wollen zum Beispiel den Lebenspartner oder die Lebenspartnerin wählen? Dabei können Ihnen Heiratsannoncen in den Zeitungen helfen, in denen oft genug auf Zukünftiges hingewiesen wird. Durch die richtige Wahl können Sie Ihren Traum von einem glücklichen, erfüllten Leben vielleicht verwirklichen. Oder Sie müssen sich den Schulbildungs- oder Berufsausbildungsweg auswählen und stoßen wiederum auf Zeitungsanzeigen, in denen geworben wird mit dem Hinweis "Die Zukunft gestalten". Indem Sie so oder so entscheiden, können Sie Ihre Zukunft bestimmen.
Nach der Ausbildung kommt der Beruf. Und wiederum finden sich unzählige Werbeanzeigen, in denen die Zukunftsperspektiven bestimmter Berufszweige hervorgehoben werden: "Ihr Weg zum Erfolg", heißt es, oder "Ihr Weg in die Zukunft". Es geht noch weiter. Sie können beispielsweise bestimmen, ob Sie lieber eine Wohnung mieten oder kaufen möchten, entweder um sie selbst zu bewohnen oder um als "zukunftsorientierter Kapital-Anleger" Ihr Geld "über viele Jahre hin" gut zu investieren.
Selbst in weniger wichtigen Angelegenheiten müssen Sie Entscheidungen treffen. Zum Beispiel: Wohin fahren Sie in den Urlaub? Es gibt eine große Vielfalt an Möglichkeiten; das Angebot an Urlaubsarten und -zielen ist in unserer modernen Welt fast unübersehbar geworden, und es kostet uns viel Zeit und Energie, diese Vielfalt zu bewältigen. Bei jeder Anschaffung geht es genauso; die westliche Welt bietet eine enorme Auswahl an Produkten - und mit jeder treffen, gestalten Sie Ihre Zukunft nach Wünschen und Vorstellungen.
So will es zumindest die Ideologie der Marktwirtschaft. Das sagen uns die Public-Relations- Leute, das suggeriert uns die Werbung: Wir sind die Kunden, wir haben die Qual der Wahl.
Doch wir sollten uns von der Werbung und von der Propaganda nicht täuschen lassen. Haben wir nicht auch oft das Gefühl, daß der Spielraum unserer Entscheidungen eigentlich gar nicht so groß ist? Inwieweit können wir unsere Zukunft wirklich gestalten? In zweierlei Hinsicht können wir die Zukunft nur wenig beeinflussen.
Erstens betrifft das die Art unserer modernen Gesellschaft. Wir haben in der heutigen Welt zunehmend das Gefühl, daß wir in vielen Dingen machtlos sind. Wir sind anonymen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kräften und Prozessen ausgeliefert, die unsere Welt und unsere Zukunft bestimmen. Darüber hinaus ist unsere Welt mit Problemen konfrontiertt, die wir nicht im Griff haben und nicht in den Griff bekommen können. Unsere Situation ist recht paradox: Wir leben in einer Welt voller Instabilität - wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich - und dennoch haben wir das Gefühl, daß vieles festgefahren ist. Wir steuern auf eine Krise zu, die längst vorprogrammiert ist.
Anfang 1993 erschien in Deutschland ein Buch, das von dem amerikanischen Historiker Paul Kennedy geschrieben wurde. Das Buch heißt "In Vorbereitung auf das 21. Jahrhundert". Kennedy versucht in diesem Buch, die nächsten paar Jahrzehnte in großen Zügen zu umreißen. Die wichtigsten Merkmale dieser Jahrzehnte können wir stichwortartig so zusammenfassen: Bevölkerungswachstum Erschöpfung der Rohstoffreserven zunehmende Kluft zwischen Armen und Reichen Migration aus ärmeren in reichere Länder (dieses Phänomen kennen die Deutschen bereits aus eigener Erfahrung) Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit auch im Westen zunehmender (Wohlstands-)Nationalismus und Rassismus Versagen der politischen Institutionen, auch im Westen
Kennedy kommt zu dem Schluß: Die Katastrophe ist noch nicht unabwendbar. Aber das einzige, was sie abwenden kann, ist eine Art Umkehr; wir brauchen, sagt er, eine politische Führung neuer Art und neuer Qualität.
Zweitens ist unsere Entscheidungsfreiheit als einzelne Menschen sehr begrenzt. In einem Punkt gibt es für uns alle eine absolute Sicherheit für die Zukunft, an der kein Weg vorbeiführt. In diesem Punkt steht die Zukunft für uns alle fest.
Zu diesen beiden Aspekten hat sich Jesus Christus in einer sehr markanten Bibelstelle geäußert:
"Es kamen aber in dem Augenblick etliche herbei, die ihm berichteten von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: `Meint ihr, daß diese Galiläer vor allen Galiläern Sünder gewesen seien, weil sie solches erlitten hatten? Nein, sage ich euch, sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch also umkommen. Oder jene achtzehn, auf welche der Turm in Siloa fiel und sie erschlug, meinet ihr, daß sie schuldig gewesen seien vor allen Leuten, die zu Jerusalem wohnen? Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, so werdet ihr alle also umkommen! Er sagte aber dieses Gleichnis: `Es hatte jemand einen Feigenbaum, der war in seinem Weinberg gepflanzt; und er kam und suchte Frucht darauf und fand keine. Da sprach er zu dem Weingärtner: `Siehe, ich komme nun drei Jahre und suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine. Hau ihn ab! Was hindert er das Land? Er aber antwortet und sagt zu ihm: `Herr, laß ihn noch dies Jahr, bis ich um ihn gegraben und Dünger gelegt habe, ob er vielleicht Frucht bringe; wo nicht, so haue ihn hernach ab!" (Luk 13,1-9)
Der Hintergrund dieses Textes ist zunächst ein Beispiel polischer Unterdrückung. Einige Juden waren durch die römische Besatzungsmacht in Judäa umgebracht worden, so daß ihr Blut mit dem Blut ihrer Opfer vermischt wurde. Daran fügt Jesus eine typische Katastrophenmeldung an, wie wir sie auch heute immer wieder hören oder lesen: Ein Turm war eingestürzt, und dabei waren achtzehn Menschen ums Leben gekommen.
Die Ereignisse selbst sind dabei weniger wichtig als Jesu Kommentar. Er sagt: "Meinet ihr, daß diese Galiläer vor allen Galiläern Sünder gewesen seien, weil sie solches erlitten hatten?" Und er beantwortet seine rhetorische Frage selbst: "Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle auch also umkommen." Diese achtzehn Leute waren also nicht etwa besonders schwere Sünder. Sie waren Durchschnittssünder wie wir. Aber Jesus sagt weiter, alle Menschen werden ebenso umkommen. Das heißt nicht, daß alle Menschen durch einen einstürzenden Turm oder durch eine Polizeiaktion der Römer sterben werden, sondern daß sie als Sünder umkommen werden.
Das ist das, was für die Zukunft eines jeden Menschen ganz sicher ist. Mit anderen Worten: Was auch geschieht, welche Entscheidung wir auch im Moment treffen über Wohnung, Auto, Lebenspartner und Ferienziel, eines ist gewiß: Über kurz oder lang werden wir sterben. Der Weg in unsere Zukunft ist eine Sackgasse.
Wir sollten uns mit diesem Wort `Sünde' noch etwas beschäftigen. Man spricht heute ein wenig scherzhaft von `Verkehrssündern'. Aber es ist gar nicht scherzhaft, wenn Jesus von Sünde und von Sündern spricht.
In dem Gleichnis, das den zweiten Teil unseres Leseabschnittes bildet, vergleicht Jesus seine Zeitgenossen mit einem Feigenbaum. Dieser Feigenbaum trug keine Früchte. Wenn das so weiter geht, sagt Jesus im Gleichnis, wird der Baum abgehauen. Der Sinn des Gleichnisses ist klar: Der Mensch lebt nicht für sich selbst. Er lebt für seinen Schöpfer. Der Schöpfer hat ihm das Leben gegeben. Und der Schöpfer erwartet Früchte vom Baum, also Gehorsam von Seinen Geschöpfen. Wenn der Baum keine Früchte trägt, hat er - haben die Geschöpfe Gottes - keine Lebensberechtigung. Sie sind dazu da, um Gott Frucht zu bringen.
Sie werden sicher mit mir einig sein, daß das eine völlig andere Sicht über den Grund unseres Daseins ist. Welcher Mensch denkt schon daran? Jesus sagt uns damit: Wir existieren für Gott! Es gibt einen Herrn über uns. Wir sind Ihm verantwortlich. Er stellt Forderungen an uns. Daran denken wir nur sehr selten; danach lebt wohl keiner von uns. Und deswegen ist unserem Leben früher oder später ein Ende gesetzt.
Wenn wir uns also mit der Lage der damaligen Generation beschäftigen, zu der Jesus sprach, so bewegte sie sich im doppelten Sinne innerhalb einer Sackgasse: Als Volk und als Staat sollte diese jüdische Gesellschaft innerhalb weniger Jahre zerstört werden. Jesus wußte das und kündigte es auch an (Matth 23,37-39; Matth 24,15-27). Die Hauptstadt Jerusalem werde erobert werden und viele würden umkommen oder ins Exil gehen müssen. Aber darüber hinaus würden sie auch persönlich, jeder von ihnen, früher oder später umkommen.
Sehen wir uns jetzt eine andere Stelle aus den Evangelien an, in der Jesus ebenfalls zu diesem Thema spricht. Es ist eine sehr bekannte Stelle:
"Denn so hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengehe ..." (Joh 3,16).
Betrachten wir zunächst dieses `Verlorengehen'. Das ist genau das, was uns erwartet. Wir gehen verloren, ohne Ausnahme. Jeder Mensch geht verloren. Was Jesus unter `verlorengehen' versteht, können Sie in der folgenden Bibelstelle erkennen, in der er das gleiche Wort benutzt. Hier wird es allerdings mit `umkommen' übersetzt:
"Und so wie es in den Tagen Noahs geschah, also wird es sein in den Tagen des Sohnes des Menschen; sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging, und die Flut kam und alle umbrachte. Ebenso auch, wie es geschah in den Tagen Lots: sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten; an dem Tage aber, da Lot von Sodom ausging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte alle um. Ebenso wird es an dem Tage sein, da der Sohn des Menschen geoffenbart wird" (Luk 17,26-30).
Die Menschen, die in der Sintflut starben, kamen um. Sie gingen verloren. Das ist das, was auch uns erwartet, sagt Jesus. Dieser Weg führt tatsächlich in eine Sackgasse!
Aber, man sagt doch oft - und vielleicht denken Sie auch so - mit dem Tod sei doch nicht alles zu Ende. Man tröstet sich gerne mit dem Gedanken, daß der Mensch doch noch in irgendeiner Weise den Tod überleben könne. Stimmt das? Ich möchte Ihnen zur Klärung dieser Frage eine weitere Bibelstelle zeigen. Es ist ein Teil eines Psalms. Sie erfahren darin, wie der Psalmist über dieses Thema denkt:
"Denn man sieht: Die Weisen sterben, der Tor und der Unvernünftige kommen miteinander um und sie lassen anderen ihr Vermögen. Ihr Gedanke ist, daß ihre Häuser in Ewigkeit stehen, ihre Wohnung von Geschlecht zu Geschlecht; sie hatten Ländereien nach ihren Namen benannt. Doch der Mensch, der im Ansehen ist, bleibt nicht; er gleicht dem Vieh, das vertilgt wird... Wie Schafe weidet sie der Tod, sie sinken zum Scheol (Hebr.= `die Grube') hinab; und am Morgen herrschen die Aufrichtigen über sie; ihre Gestalt zerfällt, der Scheol ist ihre Wohnung. (Ps 49,11-12.15).
Der Psalmist sagt zunächst, daß die Weisen und die Narren umkommen. Es ist genau die gleiche Sprache wie bei Jesus. Und was er darunter versteht, sehen wir auch: Der Mensch gleicht dem Vieh, das umgebracht wird! Das ist eine sehr harte Aussage. Auf die Frage: "Was ist mit ihnen, wenn sie ins Grab kommen?" antwortet er: "Wie Schafe weidet sie der Tod. Ihre Gestalt zerfällt". Ist das nicht schlimm? Ihre Gestalt, ihr Körper, ihre äußere Form zerfällt im Grab. Der Verfasser des Psalms kennt Gottes Wort, und er ist Realist. Er macht sich und uns nichts vor. Seine Aussage ist für uns unangenehm, doch sie ist wahr!
Sehen Sie sich noch eine Aussage aus dem Buch des Propheten Jesaja an. Er spricht von dem Grab als einer `Grube der Vernichtung', ohne Lob, Preis und Hoffnung:
"Denn der Scheol preist dich nicht, der Tod lobsingt dir nicht; die in die Grube hinabgefahren sind, hoffen nicht auf deine Treue" (Jes 38,18).
Das heißt mit anderen Worten: Im Grab weiß man von nichts! Man hat kein Bewußtsein. Es ist alles aus und zu Ende. Das ist der Tod: Das Ende der menschlichen Existenz.
Damit stoßen wir an die Grenze unserer Entscheidungsmöglichkeiten. Wir können daran nichts ändern. Der Schöpfer hat es so verfügt. Wir haben gesehen, daß die Menschen zur Zeit Jesu diesen aussichtslosen Weg gingen. Sie lebten meist gedankenlos, unbewußt und blind wie die Tiere. Ist es heute anders? Als Individuen rennen wir in die Sackgasse des Todes - und unsere Gesellschaft und unsere Zivilisation nicht weniger. Wir steuern heute mit offenen Augen auf eine Krise zu. Unsere gegenwärtige Lebensweise und das Arsenal der Waffen enthalten die Möglichkeit der Selbstvernichtung. Ist nicht auch da unserer Entscheidungsmöglichkeit eine Grenze gesetzt? Wir sollten uns über unsere freien Entscheidungsmöglichkeiten nichts vormachen - genug der Täuschung!
Unsere Beschäftigung mit Ausbildung, Beruf, Haus, Auto und Freizeit und all den Dingen, die uns so wichtig sind, ist angesichts der Aussagen der Bibel über unsere Zukunft zweitrangig. Sie ist eine gedankenlose Oberflächlichkeit, die wir uns nicht leisten sollten. Die Angelegenheit ist viel zu ernst.
Doch sehen wir uns den erwähnten Psalm 49 noch einmal an. Ein Teil wurde bis jetzt noch nicht erwähnt: der Psalmist weist nämlich auch auf eine ganz andere Möglichkeit hin:
"Gott aber wird meine Seele erlösen von der Gewalt des Scheols" (Ps 49,16).
Es gibt also doch eine Alternative. Sie wird im Neuen Testament noch deutlicher ausgesprochen. Wir haben Johannes 3,16 bereits gelesen. Jetzt wollen wir diese Bibelstelle zu Ende lesen. Die Betonung liegt nun nicht mehr auf dem `Verlorengehen', sondern auf der anderen, erfreulicheren Möglichkeit, die uns Gott anbietet:
"Denn so hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengehe, sondern ewiges Leben habe" (Joh 3,16).
Das ist die Alternative. Wie ist das möglich? Die Rettung vom Verderben hat - wie Sie sehen - mit dem eingeborenen Sohn Gottes, Jesus Christus, zu tun. Nur durch ihn ist diese andere Möglichkeit gegeben!
Eine weitere Bibelstelle soll bestätigen, daß es dieses `Entweder - Oder' tatsächlich gibt. Im ersten Teil der folgenden Schriftstelle droht noch einmal das düstere Bild für die Menschen ohne Christus. Sie sind noch in ihren Sünden und gehen verloren, sie haben keine Hoffnung:
"Denn wenn Tote nicht auferweckt werden, so ist auch Christus nicht auferweckt. Wenn aber Christus nicht auferweckt ist, so ist euer Glaube nichtig, so seid ihr noch in eueren Sünden. Also sind auch die, welche in Christus entschlafen sind, verlorengegangen. Wenn wir allein in diesem Leben auf Christus gehofft haben, so sind wir die elendesten von allen Menschen" (1.Kor 15,12-19).
Und jetzt die Alternative und die Möglichkeit der Rettung für die Menschen, die Jesus Christus angehören:
"Nun aber ist Christus aus den Toten auferweckt, der Erstling der Entschlafenen; denn da ja durch einen Menschen der Tod kam, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten" (1.Kor 15,20.21).
Durch diesen einen Menschen Jesus Christus, dem `Erstling der Entschlafenen', dem ersten von den Toten zu neuem, unvergänglichem Leben auferweckten Menschen, sagt Paulus, besteht die einmalige Chance: Die Auferstehung aus den Toten.
Wir sehen es hier erneut: Der andere Weg hat mit Jesus Christus zu tun, mit seinem Tod und mit seiner Auferstehung. Er hat sozusagen den Ausweg aus der Sackgasse gefunden. Diese Auferstehung aus den Toten ist nicht etwa eine Rückkehr in das alte Leben, sondern ein Durchbruch in ein neues, anderes, unsterbliches Leben.
Wohin führt dieser neue und andere Weg in und durch Jesus Christus? Sehen wir uns die zuletzt zitierte Bibelstelle noch einmal näher an. Paulus fährt nämlich so fort:
"Denn wie in Adam alle sterben, so werden auch in Christus alle lebendig gemacht werden. Jeder aber in seiner eigenen Ordnung: der Erstling Christus; sodann die, welche Christus gehören bei seiner Ankunft" (1.Kor 15,22.23).
Da ist von einer Ordnung bei der Auferstehung die Rede: Der Erstling Christus! Bis jetzt ist nur ein Mensch aus den Toten auferstanden - Jesus Christus. "Sodann die," schreibt Paulus weiter, "welche Christus gehören bei seiner Wiederkunft". Das bedeutet: Jesus Christus, der Auferstandene, kommt zurück! Und wenn er kommt, dann werden diejenigen, die Christus angehören, auferstehen. Also führt der Weg "mit Jesus Christus" zur Auferstehung aus dem Grab, aus dieser Grube der Vernichtung. Und das geschieht bei der Wiederkunft Christi.
Aber die Stelle sagt noch mehr!
"... dann das Ende, wenn er das Reich dem Gott und Vater übergibt, wenn er alle Herrschaft und alle Gewalt und Macht weggetan hat. Denn er muß herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füße gelegt hat. Als letzter Feind wird der Tod weggetan. Denn alles hat er (Gott) seinen (Christi) Füßen unterworfen. Wenn es aber heißt, daß alles unterworfen sei, so ist klar, daß der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. Wenn ihm aber alles unterworfen ist, dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allen sei" (1.Kor 15,24-28).
Jesus Christus kommt zurück. Er wird dann aber nicht nur Tote auferwecken. Er wird auch die Herrschaft über die Welt übernehmen. Paul Kennedy, der amerikanische Geschichtswissenschaftler, sprach von einer neuartigen politischen Führung, die wir benötigen. Hier ist sie! Jesus Christus wird die Herrschaft übernehmen und wird auf Erden das Reich Gottes aufrichten. In diesem Reich Christi, mit Christus zusammen, ist ewiges Leben für diejenigen möglich, die auferstehen und vor seinem Richterstuhl bestehen werden, wenn er wiederkommt. Er kommt also, um das Leben der Menschheit und die Erde völlig umzugestalten. Es wird eine völlig andere Weltregierung eingesetzt. Zur Bestätigung dieser Aussage soll eine weitere Bibelstelle dienen - ebenfalls aus einem Brief des Apostels Paulus:
"Denn unser Bürgerrecht aber ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Heiland erwarten, der unseren Leib der Niedrigkeit umgestalten wird zur Gleichgestalt mit seinem Leib der Herrlichkeit, nach der wirksamen Kraft, mit der er vermag, auch alle Dinge sich zu unterwerfen" (Phil 3,20.21).
Sie sehen hier noch einmal genau die gleiche Hoffnung: Die Auferstehung bei der Wiederkunft Christi. Menschen, die "in Christus Jesus" sind, sehen ihre Zukunft nicht nur in ihrer Ausbildung, im Beruf, in der Wohnung oder dem Urlaub. Ihre Zukunftsperspektive ist auf die Wiederkunft Christi gerichtet. Sie erwarten ihn als `Retter'. Denn er wird ihren Leib der Niedrigkeit umgestalten zur Ähnlichkeit mit dem Leib seiner Herrlichkeit. Das ist ein Teil des Werkes, das Jesus verrichten wird mit der wirksamen Kraft, mit der er vermag, sich alles untertänig zu machen. Und das geschieht im Reich Gottes, das er hier auf Erden in naher Zukunft aufrichten wird.
Dies ist die andere Alternative: Sie bietet dem einzelnen die Auferstehung aus den Toten und die Verwandlung zu ewigem Leben an. Für die Gesellschaft, für die Menschheit, für die Welt als Ganzes, stellt das Reich Gottes die gerechte und auf Frieden ausgerichtete Herrschaft Christi in Aussicht.
Das bedeutet für uns, daß wir nun alle eine Entscheidung zu treffen haben. Es gibt in diesem Fall aber wiederum keine große Auswahl. Wir haben nicht das große Angebot, wie es uns normalerweise beim Einkaufen erwartet. Es gibt nur zwei Wege:
"Geht ein durch die enge Pforte; denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind, die auf ihm hineingehen. Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden" (Matth 7,13.14).
Genauer gesagt, ist die Situation ein wenig anders: Wir befinden uns ohnehin auf dem Weg, den Jesus als den "breiten Weg" bezeichnet. Das ist der Weg der Bequemlichkeit. Wir alle sind von Natur aus auf diesem Weg. Und wenn wir nichts dagegen tun, wenn wir nichts daran ändern, bleiben wir darauf - und das Ende ist das Verderben. Wir müssen uns darüber ganz klar sein: Wenn wir keine Wahl für Christus treffen, wenn wir die Entscheidung hinaus- und vor uns herschieben, dann haben wir gewählt, und zwar gegen ihn und ihm den breiten Weg ins Verderben vorgezogen.
Das ist die Situation. Sie wird durch folgende Schriftstelle noch deutlicher:
"Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn errettet werde. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes" (Joh 3,17.18).
Es gibt eine enge Pforte und einen schmalen Weg, der zum Leben führt. Es gilt, diesen Weg zu wählen. Wiederum ist das Entscheidungskriterium Jesus Christus. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet. Wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet! Am Ende des Kapitels lesen wir eine weitere, klärende Aussage für unsere Entscheidung:
"Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm" (Joh 3,36).
Der Zorn Gottes, also die Strafe, der Tod, bleibt auf demjenigen, der dem Sohn Gottes nicht glaubt. Der Tod bleibt, weil er ohnehin schon auf uns ist, wenn wir nichts dagegen tun! Das ist unsere natürliche Situation.
Mit anderen Worten, wir müssen `Buße tun', wir müssen umkehren, wir müssen den neuen Anfang machen, wie es Jesus in Lukas 13,3.5 sagte! `Buße' heißt im Griechischen `metanoia' und bedeutet `eine andere Gesinnung' haben. Diese neue Gesinnung soll durch ein etwas radikales Beispiel verdeutlicht werden: Sie wissen sicherlich, daß zusammen mit Jesus zwei Übeltäter gekreuzigt wurden. Lukas berichtet den Dialog der drei gekreuzigten Männer in ihrer Todesstunde:
"Einer der gehenkten Übeltäter aber lästerte ihn: `Bist du nicht der Christus? Rette dich selbst und uns!' Der andere aber antwortete und strafte ihn und sprach: `Auch du fürchtest Gott nicht, da du in demselben Gericht bist? Und wir zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsere Taten wert sind; dieser aber hat nichts Ungeziemendes getan.' Und er sprach: `Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst!' Und Jesus sprach zu ihm: `Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein" (Luk 23,39-43; übliche Bibelübersetzung. Anm. d. Red.: im griechischen Urtext gibt es keine Interpunktion. Es ist also Ermessenssache des Lesers, entweder zu lesen: "Ich sage dir: Heute wirst du ..." oder "Ich sage dir heute: Du wirst ..." - Erklärung folgt).
Es ist ein sehr eigenartiges Gespräch. Die Einstellung der beiden Übeltäter angesichts des bevorstehenden Todes bietet einen starken Kontrast, der uns hilft, den biblischen Begriff Buße (`metanoia') besser zu verstehen. Es geht hier um zwei Verhaltensweisen. Der eine Mann vergißt, daß er zu Recht gekreuzigt wurde; er will ja nur von dem Kreuz befreit werden. Er möchte nur weiterleben wie vorher. Der andere denkt anders. Er bekennt, daß er schuldig ist. Er hat diesen Tod verdient. Aber er tut mehr: Er erkennt auch die Gerechtigkeit, die Sündlosigkeit von Christus. Aber dann sagt er noch etwas Besonderes: "Jesus, gedenke meiner, wenn du in dein Reich kommst!" Das ist eine einmalige Aussage für einen Mann in dieser Lage. Denn damit bringt er seinen Glauben zum Ausdruck. Was glaubte er?
Er glaubte,
1. daß Jesus auferstehen wird, denn jetzt am Kreuz konnte Jesus nichts für ihn tun. Jesus mußte also überleben.
2. daß Christus als König herrschen wird. Er glaubte also, daß Jesus wieder auf Erden sein wird.
3. daß Christus, obwohl er stirbt, ihn retten konnte.
4. daß er durch Jesus auferstehen konnte.
Das alles ist in diesem einfachen Satz enthalten.
Und wegen dieses Glaubens bekommt er von Jesus Christus eine einzigartige Antwort: "Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein" (Wortlaut der Bibelübersetzung, Erklärung nachstehend).
Was meinte Jesus mit dem Wort "heute"? Es ist natürlich nicht so, daß Jesus "heute", also an seinem Todestag, im Paradies war. Die Bibel sagt uns ganz deutlich, daß Jesus nach Todeseintritt und Abnahme vom Kreuz in ein Grab gelegt wurde. Er war drei Tage im Grab und ist erst am dritten Tag von seinem himmlischen Vater zu neuem Leben auferweckt worden. Warum dann die Aussage "heute"? Die beste Art, diese Aussage zu beleuchten, ist ein Vergleich mit Schriftstellen aus dem 5. Buch Mose. Darin wird uns das Ende des Lebens Mose berichtet. Mose spricht noch einmal eindringlich mit dem Volk Israel und ermahnt es, seinem Gott immer treu zu bleiben. Um den Ernst der Sache zu unterstreichen, benützt er einen typisch hebräischen Ausdruck. Er sagt immer wieder "heute", wie folgende Bibelstellen zeigen:
"So erkenne denn heute, daß der HERR, dein Gott, es ist, der vor dir her hinübergeht als ein verzehrendes Feuer" (5.Mose 9,3).
"So haltet das ganze Gebot, das ich dir heute befehle, damit ihr stark seid und hineinkommt und das Land in Be sitz nehmt, in das ihr hinüberzieht, um es in Besitz zu nehmen" (5.Mose 11,8).
"Und so achtet darauf, all die Ordnungen und Rechte zu tun, die ich euch heute vorlege!" (5.Mose 11,32)
"...dann kündige ich euch heute an, daß ihr ganz gewiß umkommen werdet. Ihr werdet eure Tage nicht verlängern in dem Lande, in das du über den Jordan ziehst, um hineinzukommen, es in Besitz zu nehmen. Ich rufe heute den Himmel und die Erde als Zeugen gegen euch auf: das Leben und den Tod habe ich euch vorgelegt, den Segen und den Fluch! So wähle das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen..." (5 Mose 30,18.19).
Dieses `heute' ist zunächst nicht zeitlich gemeint. Es ist eine hebräische Redewendung, mit der man die Ernsthaftigkeit einer Aussage betonen und bestätigen konnte. Und so meinte es auch Jesus am Kreuz. Er sagt diesem Übeltäter mit allem Ernst: "Heute sage ich dir, du wirst mit mir im Paradies sein." Das ist die Bedeutung dieser Aussage. Mit aller Eindringlichkeit sagt der sterbende Jesus dem neben ihm sterbenden Mann, daß er sicherlich mit ihm leben werde, wenn er - Jesus - wiederkomme. Wir haben in diesem gläubigen Übeltäter, der mit Jesus gekreuzigt wurde, einen Modellfall von Buße, von `metanoia'. Buße besteht demnach aus:
_ dem Schuldbekenntnis, _ dem Wunsch, anders - so wie Jesus - zu sein _ dem Glauben an Christus als Retter, _ dem Vertrauen auf Jesus.
Das alles gehört zu dieser `Buße' des Übeltäters am Kreuz. Wir können das mit dem Beispiel der Apostel Christi in ihrer Verkündigung vergleichen. In seiner Pfingstpredigt in Jerusalem erzählt Petrus seinen Zuhörern vom Leben Christi und dann von seinem Tod und seiner Auferstehung. Es drang den jüdischen Zuhörern ins Herz. Sie wußten - wie der Übeltäter - daß sie schuldig waren. Sie wußten, daß Jesus sündlos war. Sie verstanden jetzt, daß er derjenige ist, der sie retten kann. Aber, was sollen sie jetzt noch tun, um das zum Ausdruck zu bringen? Wie können sie an der Vergebung und am ewigen Leben teilhaben?
"Als sie aber das hörten, drang es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den anderen Aposteln: `Was sollen wir tun, ihr Brüder?' Petrus aber sprach zu ihnen: `Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, und ihr werdet die Gabe des heiligen Geistes empfangen. Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die in der Ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.' Und mit vielen anderen Worten beschwor und ermahnte er sie und sagte: `Laßt euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht!' Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa dreitausend Seelen hinzugetan" (Apg 2,37- 41).
Die Antwort auf die Frage ist ein Befehl. Der Befehl hat zwei Teile:
1. Tut Buße!
2. Laßt euch taufen!
Ein weiteres Beispiel bestätigt dieses Musterverhalten zur Errettung, das wir gerade gesehen haben:
In Apostelgeschichte 8 lesen wir von Philippus, der in der Stadt Samaria Jesus Christus und das Reich Gottes verkündigte. Und was geschah, als die Leute dem Philippus glaubten? Lesen Sie selbst:
"Als sie aber dem Philippus glaubten, der das Evangelium vom Reich Gottes und dem Namen Jesu Christi verkündigte, wurden sie getauft, sowohl Männer als Frauen" (Apg 8,12).
Im gleichen Kapitel spricht Philippus etwas später mit einem anderen Mann, dem er unterwegs begegnete. Er spricht mit ihm über Jesus und das Evangelium, und sie kommen zu einem Wasser.
"Als sie aber auf dem Weg fortzogen, kamen sie an ein Wasser, und der Kämmerer spricht: `Siehe, da ist Wasser! Was hindert mich, getauft zu werden?' Und er befahl, den Wagen anzuhalten. Und sie stiegen beide in das Wasser hinab, sowohl Philippus als auch der Kämmerer, und er taufte ihn. Als sie aber aus dem Wasser heraufstiegen, entrückte der Geist des Herrn den Philippus, und der Kämmerer sah ihn nicht mehr; denn er zog seinen Weg mit Freuden" (Apg 8,36-39).
Was lernen wir aus diesen Beispielen? Wir sehen: Taufe wird befohlen. Sie ist ein notwendiger Schritt. Sie gehört mit zur Buße. Wir sehen aber auch: Als Voraussetzung für die Taufe ist der Glaube erforderlich. Menschen glauben zuerst und werden dann getauft. Sie werden daher als erwachsene Menschen getauft, die wissen, was sie tun. Es geht nicht um Kinder. Und noch etwas: Wir sehen auch, wie getauft wurde. Wir haben gelesen: "Sie kamen an ein Wasser", vermutlich war es ein See, ein Weiher, vielleicht ein Fluß. Es gab so viel Wasser, daß Philippus und der Kämmerer zusammen in das Wasser `hinabsteigen' konnten. Es handelte sich also bestimmt nicht nur um Wassertropfen, die auf den Kopf gesprengt wurden, sondern um ein regelrechtes Untertauchen in das Wasser. Das ist die biblisch korrekte Taufe: Nach dem Glauben, aufgrund des Glaubens und in dieser Form.
Was bedeutet diese Taufe? Warum wurde sie befohlen? Der Apostel Paulus gibt uns eine ausführliche Auslegung der Taufe in seinem Brief an die Römer:
"Oder wißt ihr nicht, daß wir, so viele auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? So sind wir nun mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters, so auch wir in Neuheit des Lebens wandeln. Denn wenn wir verwachsen sind mit der Gleichheit seines Todes, so werden wir es auch mit der seiner Auferstehung sein, da wir dies erkennen, daß unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde abgetan sei, daß wir der Sünde nicht mehr dienen. Denn wer gestorben ist, ist freigesprochen von der Sünde. Wenn wir aber mit Christus gestorben sind, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden, da wir wissen, daß Christus, aus den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod herrscht nicht mehr über ihn. Denn was er gestorben ist, ist er ein für allemal der Sünde gestorben; was er aber lebt, lebt er Gott. So auch ihr, haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christus Jesus" (Röm 6,3-11).
Aus diesem langen Abschnitt wollen wir vier Punkte herausgreifen. Bedenken wir, der Mann am Kreuz, der Übeltäter, war wirklich mit Jesus gekreuzigt worden. Und sein Tod war unumgänglich - er war ja Sünder. Jesus hat ihm nicht versprochen, daß er nicht sterben werde, sondern daß er trotz des Todes eines Tages leben wird. Er wird zwar wegen seiner Sünden sterben, aber dann wird er durch Jesus auferstehen. Das alles erklärt für uns, die wir nicht in dem buchstäblichen Sinn mit Jesus Christus gekreuzigt werden, die Bedeutung und Form der Taufe!
1. Wir werden auf Jesu Tod getauft. Wir werden begraben in den Tod. Das sagt die Taufe aus. Daher diese Form des Untertauchens - ein symbolisches Begräbnis.
2. Dadurch geben wir zu erkennen, daß wir unser altes Leben beenden möchten. Wir geben zu, daß dieses Leben falsch war, daß wir Sünder waren, daß die Strafe des Todes gerecht ist. Und wir wollen, daß das alte Leben tatsächlich vorbei ist. Wir wollen, daß unser alter Mensch "mitgekreuzigt" wird, damit der Leib der Sünde abgetan sei. Das möchten wir, und das sagen wir mit der Taufhandlung.
3. Wie Jesus auferstanden ist aus dem Grab, so stehen wir aus der Taufe auf zu einem neuen Leben. Wir wollen ein neues Leben beginnen, ein Leben mit Jesus, im Vertrauen auf ihn, mit ihm verbunden ohne Schuld. Ein solches Leben ist möglich.
4. Wir werden, wenn er wiederkommt, tatsächlich auferstehen, um mit ihm zu leben, um an seiner Auferstehung teilzuhaben.
Das alles sagt die Taufe aus. Sie bringt den Sinn des Todes mit Christus in einer einfachen, aber ansprechenden Form zum Ausdruck. Die Taufe ist somit eine sehr ernste und verantwortungsvolle Handlung. Nach der Lehre der Bibel, nach der Lehre Christi und der Apostel gibt es außer dieser Taufe aufgrund des Glaubens und der Buße keine Hoffnung für uns. Wir haben keinen Anspruch auf das ewige Leben und auf das Reich Gottes ohne Glauben, Buße und Taufe. Wir alle stehen vor der Entscheidung. Entscheidungen solcher Art fallen uns oft sehr schwer. Man möchte sich lieber nicht festlegen. Man möchte nicht irgendwie seine Freiheit verlieren. Aber bedenken wir die Wirklichkeit unserer Position. Jesus hat in Lukas eine Warnung ausgesprochen. In Lukas 13, dem Kapitel, mit dem wir angefangen haben, spricht Jesus:
"Ringt danach, durch die enge Pforte einzugehen; denn viele, sage ich euch, werden einzugehen suchen und werden es nicht vermögen. Sobald der Hausherr aufgestanden ist und die Tür verschlossen hat und ihr anfangen werdet, draußen zu stehen und an der Tür zu klopfen und zu sagen: Herr, tue uns auf! wird er antworten und zu euch sagen: Ich kenne euch nicht und weiß nicht, woher ihr seid. Dann werdet ihr anfangen, zu sagen: Wir haben vor dir gegessen und getrunken, und auf unseren Straßen hast du gelehrt. Und er wird sagen: Ich sage euch, ich kenne euch nicht und weiß nicht, woher ihr seid" (Luk 13,24-27).
"Viele meiner besten Freunde sind gläubige Menschen. Ich kenne viele, die glauben. Ich kenne viele, die getauft sind. Ich habe oft Kontakt mit ihnen." Wie oft sagt oder denkt man noch heute so! Aber wenn es dabei bleibt, wird er, der Herr Jesus Christus, sagen: "Ich sage euch, ich kenne euch nicht und weiß nicht, woher ihr seid."
Wir wissen nicht, wann Jesus kommen wird. Aber es gibt einige Gründe dafür anzunehmen, daß er innerhalb kurzer Zeit hier sein wird. Eine Entscheidung für ihn und Gottes Heilsangebot sollte man nicht lange vor sich herschieben. Ich möchte Ihnen abschließend noch einmal diese Worte vorlesen, die ich zum Teil schon einmal zitiert habe. Es sind Worte Moses. Ich zitiere sie nicht als meine Worte, sondern als Worte Gottes an uns:
"Siehe, ich habe dir heute vorgelegt das Leben und das Gute, den Tod und das Böse, indem ich dir heute gebiete, den HERRN, deinen Gott, zu lieben, auf seinen Wegen zu gehen und seine Gebote, seine Ordnungen und seine Rechte zu bewahren, damit du lebst. ... Wenn aber dein Herz sich abwendet und du nicht gehorchst ... dann kündige ich euch heute an, daß ihr ganz gewiß umkommen werdet. Ihr werdet eure Tage nicht verlängern. ... Ich rufe heute den Himmel und die Erde gegen euch auf: das Leben und den Tod habe ich euch vorgelegt, den Segen und den Fluch! So wähle das Leben, daß du lebst" (5.Mose 30,15-19).
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