Jesus Christus ist noch nicht zur Erde zurückgekehrt

Walter Hink

Zur Einleitung bitte 1.Thess 4,13 bis 1.Thess 5,11 lesen:

Hin und wieder habe ich durch den Gemeindeschriftverkehr auch mit "Zeugen Jehovas" zu tun. Sie behaupten unter anderen speziellen Lehren, Jesus hätte schon vor seiner Geburt bei Gott gelebt. Sie behaupten außerdem, dass er schon 1914 vom Himmel zurückgekehrt und das Regiment über die Erde übernommen hätte.

Der Beginn der "Ernsten Bibelforscher"

Die Gemeinschaft der "Zeugen Jehovas", die sich vor 1931 "Ernste Bibelforscher" nannten, wurden durch den nordamerikanischen Kaufmann Charles T. Russel ins Leben gerufen. Er lebte von 1852 bis 1916. Die von ihm eingerichtete "Wachtturm-, Bibel- und Traktatgesellschaft", die er bis zu seinem Tode leitete, hat ihren Hauptsitz in Brooklyn, dem Industrieviertel von New York. Sein Nachfolger wurde der Jurist Rutherford. Er starb 1942. Ihm folgte in der Leitung der Gemeinschaft N. H. Knorr.

Die Gemeinschaft der "Ernsten Bibelforscher" begann mit einer Schrift von Charles T. Russel mit dem Titel "Der Zweck und die Art des Wiederkunft unseres Herrn". Charles T. Russel kam von den Presbyterianer her und hatte sich adventistischen Kreisen zugewendet. Von ihnen übernahm er nicht nur das Warten auf den Jüngsten Tag, sondern meinte auch, sich ihren Berechnungen anschließen zu sollen. So verkündigte er in der genannten Schrift, dass Christus bereits 1874 unsichtbar wiedergekommen sei. Vierzig Jahre später - 1914 - habe man den großen Tag zu erwarten, an dem das "Tausendjährige Reich" auf dieser Erde sichtbar in Erscheinung trete. Als 1914 statt dessen der Erste Weltkrieg begann, setzte ein neues Berechnen ein, das die dreieinhalbjährige irdische Wirksamkeit Jesu berücksichtigte. Als sich auch 1918 das Gewünschte nicht ereignete, wurde ein neuer Termin errechnet: 1925. Danach hieß die Parole: "Das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Satan tobt sich am Schluss seiner Herrschaft noch einmal aus; aber die Entscheidungsschlacht von Harmagedon steht ganz nahe bevor..."

Man könnte vermuten dass das Hervortreten mit den "unbedingt gültigen" Terminberechnungen und den folgenden Fehlschlägen diese Gruppierung einem vernichtenden Gespött preisgegeben hätte. Doch diese Glaubensgemeinschaft hat trotz allem zunehmende Mitgliedszahlen.

Hat Jesus vor seiner Geburt gelebt?

In einem Ende Dezember erhaltenen Brief eines "Zeugen Jehovas" schreibt dieser: "In vielen Ihrer Schreiben an mich und in dem Zweimonatsheft "Prüfet Alles" ist mit aufgefallen, was ich bisher noch gar nicht so bemerkt habe. Sie sprechen vom Kommen Christi auf die Erde in einer Form, die dem fast gleicht, wie er auf der Erde lebte und wirkte als er vor fast zweitausend Jahren als Mensch geboren wurde. Sowohl Ihre Religionsgemeinschaft, als auch die anderer christlicher Religionen sprechen vom Beginn des Lebens Jesu auf der Erde. Für keine christliche Religion hat Jesus schon vor seiner Geburt existiert. Aber stimmt das wirklich?

Alle christlichen Religionen kennen den Ausspruch Jesu in Johannes 10,30 "Ich und der Vater sind Eins". Wenn also Jahwe der Vater Jesu ist, wie müssen wir dann seine Worte verstehen: "Ich und der Vater sind eins"? Christus kannte die Hebräischen und Aramäischen Schriften. Er legte sie auch in seinen Lehren aus. Bevor er durch seine Auferstehung in den Himmel auffuhr, sprach er über Ereignisse, die über sein Wiederkommen Aufschluss geben sollten (Matth 24 und 25 - Endzeitreden Jesu). Wie konnte Jesus diese Ereignisse, die wir heute weltweit beobachten können, voraussagen, wenn er als eine Schöpfung Gottes erst auf der Erde geboren wurde? Es gibt dafür nur eine Erklärung: der heilige Geist hat ihn dazu inspiriert. Aber dafür gibt es in der Heiligen Schrift keinen konkreten Hinweis. Also muss er dieses Wissen von seiner Existenz bei Gott vor seiner Geburt mitgebracht haben, siehe 1.Mose 1,26, Sprüche 8,22-31; Kol 1,13-18." (Zitatende)

Als Antwort darauf schrieb ich ihm:

Jesus erhielt all sein Wissen über und von Gott und seine Kräfte, Wunder zu wirken, von Gott, als er nach seiner Taufe 40 Tage und 40 Nächte fastete.

Wenn Sie schon Johannes 10, 30 anführen, um die Präexistenz Jesu zu begründen, sollten Sie auch Johannes 17,11.21 hinzufügen, um die Präexistenz aller Gläubigen zu beweisen. Denn in diesem Gebet erbittet sich Jesus für seine Nachfolger: "Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins seinen, gleich wie wir!" und "Auf dass sie alle eins seien, gleich wie du, Vater, in mir und ich in dir!"

Doch betrachten wir erst Ihre Behauptung: "Es gibt keinen konkreten Hinweis in der Heiligen Schrift, dass der heilige Geist Jesus so inspiriert hat, das er wissen konnte, was heute passiert".

Ich meine, es gibt einen sehr deutlichen Hinweis dafür: Haben Sie je darüber nachgedacht, was in der Zeit kurz nach Jesu Taufe passierte (Matth 3,13-17)? Die Taufe Jesu war sein öffentliches Bekenntnis, dass er den Willen Gottes tun will (Matth 3,15). Er war damals 30 Jahre alt. Gleich darauf zog er sich 40 Tage in die Wüste zurück! Was tat er dort. Er fastete - wird uns berichtet, und er betete - können wir mit Sicherheit annehmen. Was sonst noch passiert sein könnte, zeigen uns Erlebnisse anderer heiliger Männer der Schrift, von denen uns in einer ähnlichen Situation mehr überliefert ist:

Auch Mose war 40 Tage in der Wüste, nämlich auf dem Berg Horeb. Wozu? Gott offenbarte sich ihm dort! Und er empfing von Gott alle Instruktionen zur Führung des Volkes Israel, zum Bau der Stiftshütte, er erhielt die zwei Gesetzestafeln und alle Opfervorschriften(2.Mose 24,18).

Und auch Elia wurde in 40 Tagen und Nächten zum Horeb geführt. Wozu? Gott offenbarte sich ihm dort (1.Kön 19,8-18). Und Gott stärkte ihn, damit er für seine schwierige Aufgabe gegen den Götzendienst in Israel und gegen götzendienerische Führer in Gottes Volk noch besser gerüstet war.

Wissen Sie, was sich in den 40 Tagen und Nächten ereignete, in denen sich Jesus in der Wüste aufhielt? Es ist mit Sicherheit anzunehmen: Gott offenbarte sich ihm! Die Heilige Schrift erklärt es uns in einer prophetischen Aussage, die auf diese Zeit im Leben Jesu hinweist. Denn der Prophet Daniel verrät uns:

"Ich sah in den Gesichten der Nacht und siehe, es kam einer in den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn; der gelangte bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn gebracht. Und ihm ward Gewalt, Ehre und königliche Würde verliehen, dass ihm alle Völker, Stämme und Zungen dienen sollten; seine Gewalt ist eine ewige Gewalt, die nicht vergeht, und sein Königreich wird nie vernichtet werden" (Dan 7,13.14).

Natürlich könnte man behaupten, dass dies erst nach der Himmelfahrt Jesus geschehen sei. Doch ein paar Hinweise Jesu aus seinem Leben vor seinem Tod und seiner Auferweckung durch seinen himmlischen Vater zeigen, das dieses von Daniel vorausgesagte Ereignis vorher stattgefunden hat. Denn Jesus sagte von sich:

"Alles ist mir übergeben von meinem Vater, und niemand erkennt den Sohn, als nur der Vater; und niemand erkennt den Vater, als nur der Sohn, und wem es der Sohn will offenbaren" (Matth 11,27).

Und er sagte auch vor seiner Himmelfahrt im Bewusstsein, dass er allezeit den Willen seines Vaters getan hatte:

"Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden!" (Matth 28,18)

Es gab in Jesu Leben einen besonderen Zeitabschnitt, in dem Jesus von seinem Vater auch das Zukünftige gezeigt und auch die Kraft übergeben bekam, Wunder zu wirken. Das waren die 40 Tage Fasten- und Gebets-Zeit in der Wüste, wie sie auch Mose und Elia erlebten.

Das ist die Antwort auf Ihre Frage: "Wie konnte Jesus diese Ereignisse, die wir heute weltweit beobachten können, voraussagen, wenn er als Sohn Gottes vom heiligen Geist gezeugt und von Maria auf der Erde geboren wurde?". In diesen 40 Tagen und 40 Nächten Fastenzeit in der Wüste erhielt Jesus von Gott alle Instruktionen und Kräfte für seine Predigten und Aufgaben verliehen. Erst danach konnte er Wunder wirken und wurde deshalb auch sofort geprüft, ob er sie zu einem eigenen Vorteil missbrauchen würde (Matth 4,1-11)!

Jesu unsichtbare Himmelfahrt und Wiederkunft?

Der Zeuge Jehovas schrieb dann weiter, um zu beweisen, dass Jesus unsichtbar zur Erde zurückkehren wird und bereits gekommen ist:

"Als Jesus Christus nach seiner Auferstehung zum Himmel fuhr, wurde er seinen Jüngern durch eine Wolke weggenommen. Und durch eine Wolke kann man nichts mehr sehen. Beeindruckend sind aber die Worte der Engel, die seinen dastehenden Jüngern, die zum Himmel emporschauten, sagten: "Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird so kommen, in derselben Weise, wie ihr in den Himmel habt gehen sehen (Apg 1,11). Jesus ist für Menschenaugen unsichtbar in den Himmel gefahren und kommt unsichtbar zurück, so dass wir ihn nicht sehen können."

Darauf schrieb ich ihm zu dieser Bibelstelle aus der Apostelgeschichte:

Sie führen Apostelgeschichte 1,11 für Jesu Himmelfahrt und seine Rückkehr an. Ja, genau so wird er wiederkommen, wie er in den Himmel aufgenommen wurde. Seine Apostel sahen ihn auffahren. Seine Gemeinde - und nicht nur die - wird ihn genau so wiederkommen sehen. Natürlich hat ihn ab einer gewissen Entfernung eine "Wolke" aufgenommen. Haben Sie schon einmal einem landenden oder startenden Flugzeug zugesehen? Sie sehen es beim Landeanflug noch nicht, obwohl sie das Motorgeräusch vielleicht schon hören. Erst wenn es eine gewisse Nähe erreicht hat, sieht man das Flugzeug als kleinen Punkt, der rasch größer wird, weil es näher kommt, bis es auf der Landebahn aufsetzt. Beim Starten geschieht das gleiche in umgekehrter Reihenfolge. Sie sehen das Flugzeug klar und deutlich auf der Startbahn - wie die Apostel Jesus. Sie sehen es abheben. Sie sehen es fliegen. Dann wird es zum winzigen Punkt und verschwindet in den Wolken. Genau so wurde Jesus vor den Augen seiner Jünger hinweggehoben - wie ein Flugzeug, bis er für ihre Augen nicht mehr sichtbar war. Genau so wird er wiederkommen. Oder halten Sie Matthäus 24,30 für ein Gerücht? Dort lesen wir:

"Und dann wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen, und dann werden alle Geschlechter der Erde sich an die Brust schlagen und werden des Menschen Sohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit" (Matth 24,30).

Ist Jesus schon unsichtbar wiedergekommen?

Der Zeuge Jehovas schrieb weiter: "Das Kommen Jesu Christi wird nicht so vor sich gehen, wie Millionen es glauben. Nun werden Sie ungläubig staunen. Wenn Sie das Matthäusevangelium etwas genauer betrachten, wird ihnen eigentlich auffallen müssen, dass Jesus bereits wiedergekommen ist, nur nicht sichtbar. Im Griechischen finden wir das Wort "Parousia". Ins Deutsche übersetzt würde es "para" = dabei, daneben und "ousia" = Sein bedeuten. Das müsste also die zusammengesetzte Bedeutung haben "Danebensein", das heißt "Gegenwart" oder "Anwesenheit". Wir leben bereits in der unsichtbaren Gegenwart oder wie Sie formulieren, im Kommen Jesu Christi. Der Friedefürst, wie er in Jesaja 9,6 genannt wird, ist bereits heute in Tätigkeit. Die meisten nehmen es nur nicht bewusst wahr. Wir brauchen auf den Friedefürsten nicht mehr zu warten. Ereignisse, die wir zur Zeit beobachten (die Terroranschläge, die Verbrechen in Israel und andere Gebiete des Nahen Ostens) sind alle Merkmale der Gegenwart Christi. Nur, Christus hat diese Verbrechen nicht zu verantworten. Dafür ist jemand anderes verantwortlich (1.Joh 5,19)."

Darauf schrieb ich ihm: Zu diesem Thema will ich Ihnen eine kleine Begebenheit berichten.

Die Ankunft des Messias

Mitten in Jerusalem sitzt ein hochbetagter Rabbi in seinem Studierzimmer im ersten Stock seine Hauses, das an einer Straßenkreuzung liegt und ist in die Schriftrollen des Propheten Jesaja vertieft. Es ist der Prophet, dessen schriftliche Überlieferungen unter anderen bei den 1947/1948 in den Höhlen bei Qumran am Nordwestufer des Toten Meeres aufgefundenen Schriftrollen entdeckt wurden und die jetzt im "Schrein des Buches" im Israel-Museum in Jerusalem zu sehen sind. Der Wortlaut dieser gefundenen Schriftrollen, die nachweislich aus einer Zeit von etwa 150 v. Chr. bis 30 n. Chr. stammen, stimmen völlig mit den Texten überein, die wir durch Übersetzungen heute in Händen halten. Es sind unverfälschte Originalzeugnisse aus dem Judentum die rund 1000 Jahre älter sind als alle bisher bekannten (Bibel-) Handschriften. Der Rabbi hat sich in die Textausschnitte Jesaja 2,2-4; Jesaja 4,2-5; Jesaja 9,1-6; Jesaja 11,1-9, Jes 25,6-8; Jesaja 65,17-25 vertieft. Er gehört zu den Gläubigen in Israel, die sehnsüchtig auf das Kommen des Messias warten - wie einst der gerechte und gottesfürchtige Simeon (Lukas 2,22-35). Er weiß aus Gottes Prophezeiungen, dass dieser Messias - der Gesalbte Gottes - den Thron seines Vorfahren Davids in Jerusalem einnehmen wird, um endlich in Gottes Schöpfung für Gerechtigkeit, weltweiten Frieden und alleinige Verehrung des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs, der sich Mose mit Seinem Namen Jahwe geoffenbart hat, zu sorgen. Er weiß, dass dieser Messias der "Trost Israels" sein wird und ein "Licht zur Erleuchtung der Heiden (= Nichtjuden) und zur Verherrlichung des Volkes Israel" (Luk 2,22-35). Er weiß auch, diese jetzige Welt hat diesen Retter nötiger als je zuvor, denn es sieht schlimm aus in unserer Zeit. Die Nachrichten sind erfüllt von Berichten über Terror, Kriegen, Gewalttätigkeiten, Umweltkatastrophen, Ungerechtigkeit, Mord, Totschlag und Missachtung allen Lebens - das der Pflanzen, Tiere und Menschen. Was ist nur aus Gottes wunderbarer Schöpfung geworden? Was hat der Mensch daraus gemacht?

Der alte Rabbi in seinem Studierzimmer im ersten Stock des Hauses an der verkehrsreichen Kreuzung in Jerusalem ist in die Schriftabschnitte vertieft und versucht zu ergründen, wann denn dieser Friedefürst endlich kommt, denn sein Herz brennt vor Verlangen, seine Herrschaft erleben zu dürfen. Da hört er, wie jemand die Treppe heraufstürmt. Die Tür zu seinem Studierzimmer wird aufgerissen. Herein stürzt einer seiner Schüler. Hastig unterbricht er seinen Meister beim Schriftstudium und ruft ihm die Neuigkeit zu: "Meister, Meister, ich habe gerade von einem Prediger erfahren: "Der Messias ist gekommen! Er ist bereits da!"

Der alte Rabbi in seinem Studierzimmer im ersten Stock des Hauses an der verkehrsreichen Kreuzung in Jerusalem sieht nachdenklich von seinen Schriftrollen auf. Er schaut seinen Schüler an, dem er seit Jahren versucht, das Wort Gottes verständlich zu machen. Wortlos erhebt er sich. Er geht die paar wenigen Schritte zum Fenster. Er öffnet das Fenster. Lauter Verkehrslärm dringt herein. Eine Polizeisirene und das Signalhorn eines Notarztwagens klingen mit ihrem ohrenbetäubenden Gejaule an sein Ohr. Auf der Kreuzung vor dem Haus sind zwei Autos zusammengestoßen. Beide Fahrer beschimpfen sich lauthals gegenseitig, dass sie im Recht sind und der andere Unrecht hat. Es sieht aus, als wollten sie handgreiflich aufeinender losgehen und sich verprügeln. - Auf der gegenüberliegende Straßenseite sieht er, wie ein junger Mann dieses Durcheinander ausnützt, eine alte Frau zu Boden stößt, ihr die Handtasche entreißt und davonläuft. Die Frau ruft: "Hilfe! Hilfe! Haltet den Dieb!" - In der Hofeinfahrt an seinem Haus verprügeln sich zwei Jungs, weil offensichtlich der eine dem anderen das Handy kaputt gemacht hat. - Der alte Rabbi in seinem Studierzimmer im ersten Stock des Hauses an der verkehrsreichen Kreuzung in Jerusalem sieht sich dieses alltägliche Treiben der Stadt an. - Nachdenklich schließt er das Fenster. Es kehrt wieder Ruhe im Raum ein. Er dreht sich langsam zu seinem Schüler um und sagt ihm: "Nein, mein Lieber. Der Messias ist noch nicht gekommen. Wäre der Messias gekommen, die Welt würde anders aussehen - ruhiger, friedlicher, harmonischer!"

Wie dieser Rabbi warten auch wir noch auf die Rückkehr Jesu Christi zur Erde, damit endlich weltweit Frieden, Gerechtigkeit und Harmonie in Gottes Schöpfung einkehrt, so wie es Gottes Wort verheißt. Wäre Christus schon zurückgekehrt und hätte er das ihm von seinem Vater aufgetragene Amt als Priesterkönig über die ganze Erde schon angetreten, könnten wir beim jetzigen Zustand der Welt mit Recht an seinen Fähigkeiten zweifeln. Nein, Jesus Christus ist noch nicht zur Erde zurückgekehrt, glauben Sie mir das! Wenn er wirklich da ist, wird die Welt und das Leben auf der Erde anders aussehen!

l Denn wenn Jesus, der Messias, zur Erde zurück kommt, wird er den Thron seines Vorvaters David in Jerusalem einnehmen, wie es seiner Mutter vor seiner Geburt verkündigt wurde (Lukas 1,32.33). Das ist bis jetzt noch nicht geschehen!

l Wenn Jesus, der Messias, zur Erde zurück kommt, werden die ihm verantwortlichen Toten auferstehen, um mit den dann noch lebenden ihm verantwortlichen Menschen zu ihm hingerückt zu werden (vermutlich zum Sinai, dafür gibt es biblische Hinweise). Denn wir alle müssen bei seiner Rückkehr zur Erde vor seinem Richterstuhl offenbar werden (Röm 14,10; 2.Kor 5,10). Kann man die klaren biblischen Aussagen in 1.Thessalonicher 4,13-18 und Johannes 5,25-29 und 1.Korinther 15,23, die alle von einer Totenauferstehung bei Jesu Rückkehr zur Erde sprechen, umdeuten oder unterschlagen?

l Wenn Jesus, der Messias, zur Erde zurück kommt, werden seine Füße auf dem Ölberg stehen, um den Feinden des Volkes Gottes, Israel, die gegen Israel und Jerusalem zum Streit gezogen sind, zu zeigen, wer Herr in Jerusalem, über Israel und über die Welt ist (Sacharja 14,1-5).

l Wenn Jesus Christus, der Messias, zur Erde zurückgekehrt ist, wird er seine Gemeinde um sich versammeln, um die Hochzeit (Vereinigung) mit ihr zu feiern und dabei erneut vom Gewächs des Weinstocks trinken, wie er es seinen Gläubigen angekündigt hat (Lukas 22,18; Offbg 19,1-9).

Und weil das alles noch nicht eingetroffen ist, ist Jesus Christus auch noch nicht zur Erde zurückgekehrt. - So einfach ist das. Der alte Rabbi in seinem Studierzimmer im ersten Stock des Hauses an der verkehrsreichen Kreuzung in Jerusalem hat Recht: Wenn Jesus Christus zur Erde zurückgekommen ist, wird die Welt anders aussehen, als sie heute aussieht!



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