Frieden, Freude und Sicherheit

Walter Hink

Schriftlese: 1. Petrus 1

Sehnsucht nach Friede, Freude und Sicherheit

Wenn man der Statistik glauben kann, so sind wir Westeuropäer mit mehr Wohlstand gesegnet und mit längerer Lebenserwartung bedacht, als unsere Väter und Urgroßväter. Aber andererseits sind wir auch mißmutiger und angstvoller als die Menschen, die vor uns gelebt haben.

Unabhängig von Einkommen, Bildung und Herkunft leben Millionen unserer Mitmenschen in stiller Verzweiflung. Sie - vielleicht auch wir - machen uns Sorgen über die Gesundheit, den Arbeitsplatz und die Zukunft. Die älteren Menschen sind entsetzt, die im mittleren Alter haben Angst, und die Jungen haben ihre Hoffnung zerschellen sehen, bevor sie eine Chance hatten, zu träumen. Sorgen über die Höhe der Steuerabgaben, die verzweifelte Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz und Spekulationen über die Höhe und Kürzung der Renten lassen keine richtige Lebensfreude aufkommen.

Das sagen nicht nur gläubige Menschen, die solche Kriterien als `Zeichen der Endzeit' verstehen. Das sagen uns auch Politiker, Berichte der Regierung, Soziologen, Ärzte. Lehrer, Polizisten, Barkeeper, unser Nachbar, die Taxifahrerin und der Mann, den wir im Zug kennenlernen. "Das Leben mag heute länger sein, aber glücklicher ist es nicht", sagen selbst wir.

Die meisten von uns wollen nicht berühmt sein, auch nicht reich. Das bringt die Gefahr mit sich, gekidnappt oder bestohlen zu werden. Bekannte Persönlichkeiten und Reiche leben in beständiger Angst vor einem Attentat oder einem Einbruch. Wir wären schon zufrieden mit ein bißchen Frieden, Freude und Sicherheit.

Nun, das ist der Moment, um vorzuschlagen, daß wir einen Blick in die Bibel und darin auf das Evangelium werfen. Das Evangelium erhebt nämlich den Anspruch, uns zu zeigen, wie wir Frieden, Freude und Sicherheit finden können. Jesus Christus sagt uns, daß er an unserer Tür steht und anklopft (Offbg 3,20). Er möchte, daß wir etwas Bestimmtes wissen und etwas Bestimmtes haben. Es könnte genau das sein, was wir uns am meisten wünschen. Warum also nicht die Tür öffnen, nur für ein paar Minuten, und zuhören: Denn Jesus sagte, daß er nicht nur vor unserer Tür stünde, sondern uns auch etwas zu sagen habe:

"Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm eingehen und das Mahl mit ihm halten und er mit mir" (Offbg 3,20).

Ein Wort der Warnung

"Evangelium" kommt vom griechischen `euangelion', und das heißt "gute Nachricht" oder auch "frohe Botschaft". Was in den vier Evangelien zu lesen ist, ist eine gute Nachricht. Es ist die beste, die es gibt. Doch wir wollen nicht den Eindruck erwecken, es sei eine Art Sofortkur für alles, zum Beispiel nach dem Motto: "Glaube nur und schenke dein Herz Jesus Christus, und alle deine Probleme sind weg".

So funktioniert das nicht. Jesus ist ein "ehrlicher Anbieter". Er bietet gewiß Frieden, Freude und Sicherheit an; aber nicht auf die Schnelle! Er verspricht nicht, daß unser Leben nie von Sorgen, Kummer oder Momenten der Furcht und Angst berührt wird. Was er anbietet, ist ein besseres Verständnis des Lebens, das die zeitweiligen Höhen und Tiefen in einen Sinnzusammenhang stellt. Letzten Endes bietet er uns das ewige Leben an. Aber es geht ihm nicht nur um die Zukunft. Die Lebensweise, die er anbietet, bringt schon jetzt reale Vorteile. Jesus Christus kann unser Leben - und das haben Gläubige wirklich erlebt - friedvoller, freudiger und sicherer machen. - Sehen wir uns zuerst den inneren Frieden an, den er anbietet:

Frieden

Kurz vor seiner Gefangennahme und Kreuzigung sagte Jesus seinen Jüngern:

"Frieden hinterlasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch; nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt; euer Herz erschrecke nicht und verzage nicht!" (Joh 14,27).

In dieser Welt versuchen viele, Frieden zu finden, indem sie von der Wirklichkeit davonlaufen, mehr tun oder mehr haben. Menschen flüchten sich in Unterhaltung, Hobbys oder andere Dinge. Manche ergeben sich dem Kaufrausch, andere dem Alkohol, Tabletten oder Drogen - oder machen in besonders verzweifelten Fällen allem durch Selbstmord ein Ende. Aber diese "Lösungen" packen das Problem nicht bei der Wurzel an.

Das Evangelium zeigt uns den Weg zu einem tieferen Frieden. Es zeigt uns, wie wir über schlimme Umstände hinausblicken, in Krisen die Ruhe, in der Katastrophe den Mut und in der scheinbar sicheren Niederlage die Hoffnung bewahren können. Jesus verspricht uns, daß wir diese Art Frieden kennenlernen, wenn wir ihm unser Leben anvertrauen. Das ist nicht nur eine leere Phrase.

Aber warum in aller Welt will Jesus unser Leben haben. Die meisten von uns denken nicht einmal daran, es herzugeben, solange es nicht fast hoffnungslos verbogen und gebrochen ist. Oft sehen wir in den Evangelien, daß es die Kranken sind, die Armen, die Verzweifelten, die Hoffnungslosen und die Ausgegrenzten, die sich Jesus zu Füßen werfen und ihn um Heilung bitten.

Und er hat sie angenommen. Er hat sie sogar eingeladen. Es scheint beinahe, als habe er gerade sie gesucht. Er lud sie ein mit den Worten:

"Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken" (Matth 11,28).

Und er fügte hinzu: "Lernt von mir!" (Matth 11,29).

An anderer Stelle erklärte er:

"`Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken; ich bin nicht gekommen Gerechte, sondern Sünder zur Buße zu rufen! (Luk 5,31.32).

Also kamen sie. Von Besessenheit Gepeinigte, wie Maria von Magdala (Luk 8,2); Geächtete wie Zachäus, der Steuereinehmer (Luk 19,1-10); ein Synagogenvorsteher, der sich verzweifelt um seine im Sterben liegende Tochter sorgte (Luk 40,40-42.49-56); ein Hauptmann, dessen Knecht sterbenskrank war (Luk 7,2-10); Menschen mit tödlichen Krankheiten, Mißbildungen, finanziellen Sorgen. - Jesus Christus gab diesen Menschen Frieden. Er löste nicht sofort alle ihre Probleme. Doch als sie kamen, um von ihm zu lernen, zeigte er ihnen den Weg zu einem inneren Frieden, wie sie ihn noch nicht gekannt hatten. Dieser Friede war unabhängig von der Umgebung oder den Umständen. Es war ein echter, innerer, ständiger, bleibender Frieden, in dem selbst die negativsten und stürmischten Gedanken still wurden. Selbst ein verurteilter Verbrecher fand inneren Frieden mitten in einem qualvollen Tod (Luk 23,39-43).

Dieser innere Friede war kein psychologischer Trick. Paulus schreibt ein paar Jahre später an die Christen in Philippi von diesem Frieden, "der höher ist als alle Vernunft" (Phil 4,7). Das heißt, rein menschlich gesprochen ist er mit der Vernunft und dem Verstand nicht zu erklären und begreifen.

Doch Jesus Christus hat uns versprochen - wenn wir auf ihn schauen und von ihm lernen - wird er uns lehren, uns zu beruhigen und still zu werden. Wir werden lernen unsere Probleme aus seiner Perspektive zu sehen, die es uns ermöglichen, in Sicherheit und innerem Frieden zu leben. Wenn man innerlich friedlich ist, kann die Erregung abkühlen. Man kann sich versöhnen, zerbrochene Beziehungen heilen und Hindernisse klar erkennen und beseitigen. Energie, die man zuvor mit Groll, Intrigen, Sorgen oder Rachegedanken verschwendet hat, kann auf konstruktive Ziele gerichtet werden. Wenn Politiker, militärische Stabschefs, Gewerkschaftsführer und Terroristen, die vor Haß glühen, diese Art Frieden hätten, wäre die Welt eine andere!

Gebe Gott, daß wir diesen Frieden finden oder daß unser Herr Jesus Christus kommt und diesen Frieden allen verordnet!

Selbst wenn solcher Friede alles wäre, was das Evangelium verheißt, wäre es ein genaues Hinschauen wert. Aber es ist nicht alles. Längst nicht. Denn das Evangelium verheißt auch:

Freude

Wie viele Menschen kennen wir, die wirklich voller Freude sind? Wahrscheinlich nicht viele. Freude ist ein Wort, das wir zur Zeit nicht viel gebrauchen. Freude bedeutet nicht wirklich dasselbe wie "Glück", "Unterhaltung" oder "Spaß".

Die Freude, die Christus in den Evangelien anbietet, ist wie sein Frieden ein tieferes, beständigeres Gefühl. Sie ist ein inneres Frohsein, eine Quelle herzlicher Vergnügtheit. - Worauf gründet sich eine solche Freude?

Nun - drehen wir die Frage einmal um: Was ist das Gegenteil von Freude? Trübsinn und Pessimismus. So wird ein Mensch, wenn er fühlt, daß er niemandem etwas bedeutet, daß niemand ihn liebt, daß es nichts Gutes gibt, auf das er sich freuen kann.

Doch Jesus Christus hat erklärt, daß unser Leben für Gottes großen Plan sehr viel bedeutet. Vielleicht verstehen wir jetzt nicht ganz, warum. Doch unser himmlischer Vater hält uns für wert, erlöst zu werden. Er liebt uns so sehr, selbst als wir Ihn noch nicht darum gebeten hatten, daß Er dafür bereit war, sein Liebstes zu opfern - seinen Sohn! Gott möchte mit uns Freundschaft schließen. Jesus erklärte die Absicht seines Vaters mit den Worten:

"Denn also hat Gott die Welt geliebet, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn gerettet werde" (Joh 3,16.17).

Weder Gott noch Jesus wollen, daß diese Freundschaft distanziert und unverbindlich ist. Sie mögen und lieben uns so sehr, daß diese Verbindung für immer bestehen bleibt! Und wenn Gott sagt "für immer", meint Er für immer. Er hat bereits die nötigen Schritte unternommen, um sicherzustellen, daß dies möglich ist. Wie ernst es Ihm ist, hat er bewiesen. Gott hat Seinen Sohn deshalb in die Hände mutwilliger Menschen gegeben. Und Jesus Christus ist deshalb für uns gestorben, damit wir Vergebung für unsere Sünden erlangen und ein neues Leben beginnen können.

Denken wir einen Moment darüber nach. Wie bringen wir jemanden, der leidet, Freude? Wir besuchen ihn, rufen an, schicken vielleicht eine Karte oder einen Brief oder Blumen.

Gott hat Seine Fürsorge und Freundschaft nicht mit Karten oder Blumen gezeigt. Er hat uns einen Erlöser versprochen und gesandt, Seinen Sohn! Und was Jesus Christus gesagt und getan hat, zeigt uns, daß wir für Gott und für ihn wirklich wichtig sind. Selbst der unbedeutendste Mensch und der schlimmste Sünder ist seiner Freundschaft und Liebe würdig. Deshalb tat Jesus Christus so viel, um Menschen zu helfen, die glaubten, sie seien nicht wichtig. Sie waren vielleicht von der Gesellschaft ausgegrenzt, aber für Gott waren sie wichtig. Sein Heilsangebot galt zuerst ihnen.

Gott hat alles gegeben, um uns Seine Anteilnahme zu zeigen. Weil das so ist, hat jeder Mensch, der Seine Freundschaft und Liebe annimmt, eine herrliche Zukunft. Kein Leben ist hoffnungslos. Jeder ist wichtig! Deshalb gibt es in den Evangelien so viele Zeichen der Zuwendungen Gottes an uns, die uns daran erinnern. Zum Beispiel:

"Gleichwie mich der Vater geliebt hat, also habe ich euch geliebt; bleibet in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibet ihr in meiner Liebe, gleichwie ich meines Vaters Gebote gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin. Solches habe ich zu euch geredet, auf daß meine Freude in euch bleibe und eure Freude völlig werde" (Joh 15,9-11).

"Sorget um nichts; sondern in allen Dingen lasset euere Anliegen durch Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird euere Herzen und Sinne bewahren in Christo Jesu" (Phil 4,6.7).

"Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid, noch Geschrei, noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen" (Offbg 21,4).

Gebe Gott, daß unser Herr Jesus Christus bald kommt damit diese Verheißung endlich in Erfüllung geht!

Innerer Frieden und die Freude auf eine wunderschöne Zukunft, sollten uns vor allem eines geben:

Sicherheit

Unsere Mitmenschen leben immer mehr in Angst und stecken uns damit möglicherweise an: Angst vor Verbrechen, Angst vor Arbeitslosigkeit, Angst vor Armut, Angst vor Versagen, Angst vor Krankheit. Wir tun, was wir können, um diese Dinge zu verhindern oder uns zu schützen, falls sie uns treffen. Manche, gewöhnlich die, die am meisten zu verlieren haben, treffen unglaublich extreme Sicherheitsmaßnahmen, umgeben sich mit Leibwächtern, verbarrikadieren ihre Häuser, verwahren ihren Schatz in Banksafes, versichern sich doppelt und dreifach.

Diese Art Schutz führt meistens zu einem noch stärkeren Gefühl der Unsicherheit. Jesus hat nicht versprochen, daß wir nie krank werden, nie unsere Arbeit verlieren, nie die Armut kennenlernen oder Opfer eines Unfalls oder Verbrechens werden. Wir alle werden von Zeit zu Zeit Opfer der Umstände. Aber wir sind keine glücklose, hilflose Opfer.

Immer wieder versichern uns die Evangelien, daß wir Menschen Gott wichtig sind, alle gemeinsam und jeder einzelne, sonst hätte Er uns ja nicht das Leben geschenkt. Diejenigen, die nicht an Gott glauben, machen sich darüber oft lustig. Atheisten wollen uns glauben machen, wir seien ein Zufallsprodukt der Evolution, ein vergänglicher Lebensfunke, der durch ein kaltes, gleichgültiges Universum treibt.

Wenn das wahr wäre, hätten wir allerdings Grund genug, uns äußerst unsicher zu fühlen. Es ist aber nicht wahr! Die Bibel zeigt uns, daß es einen Gott gibt, der Seine Schöpfung liebt und uns nicht im Stich lassen wird. Jesus verspricht im Auftrag Gottes:

"Meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie, und sie folgen mir nach, und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht umkommen und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus meines Vaters Hand reißen" (Joh 10,27-29).

Dies ist die absolute Sicherheit! Die höchste Macht des Universums, die es geschaffen hat und die seine enorme Kraft und Energie kontrolliert, wacht über uns!

Es gibt viele weitere gute Nachrichten in der Bibel. Doch selbst wenn diese Zusicherungen von Frieden, Freude und Sicherheit alles wären, lohnt es sich, davon zu wissen.

Wir Menschen haben uns selbst eine Welt gebaut, in der wir sorgenvoll, trübsinnig und ängstlich sind. Wir wissen offenbar nicht, wie wir uns helfen sollen. Es sieht so aus, als würde dieses Jahrtausend ein ziemlich entmutigendes Ende haben, und das nächste sieht sogar noch bedrohlicher aus, wenn wir an alle Probleme denken, die weltweit vorherrschen.

Vor etwa zweitausend Jahren sahen Hirten auf dem Feld einen Engel, der ihnen zurief: "Fürchtet euch nicht!" Und weiter verkündigte er: "Siehe, ich verkündige euch große Freude" (Luk 2,10). Dann sagte er ihnen den Grund dafür, warum sie sich freuen sollten:

Denn euch ist heute ein Retter geboren, welcher ist Christus, der Herr!" (Luk 2,11).

Sie gingen hin und fanden ihn.

Das ist immer noch eine gute Nachricht. Sie kann uns dahin führen, wo wir Jesus Christus, den Sohn und Gesalbten Gottes, finden. Durch ihn - Jesus Christus - will uns unser liebevoller Vater im Himmel Sicherheit, Freude und Frieden schenken! Nehmen wir doch einfach Sein Angebot an. Öffnen wir die Tür unseres Herzens, wenn Jesus Christus bei uns anklopft. Lassen wir ihn hinein und hören wir auf das, was er durch sein Evangelium uns zu sagen hat!
 

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