DAS URCHRISTENTUM


Referat von: Roland Schirmer, Adrian Slosorz und Christopher Lennartz (keine Mitgliedschaft in der Christadelphian-Gemeinde), Don-Bosco-Gymnasium, Essen an der Ruhr, Klasse 9, Benotung: 2

Als Urchristentum oder apostolisches Zeitalter bezeichnet man die ersten Jahrzehnte des Christentums. Einige Kirchen wurden in dieser Zeit noch von Aposteln und ihren direkten Schülern geleitet, z.B. die Gemeinde in Jerusalem von Jakobus dem Gerechten, die Gemeinde in Ephesus vom Apostel Johannes und die Gemeinde in Alexandria von Johannes Markus.

Das Christentum verbreitete sich nach Antiochia, wo die Anhänger der neuen Religion zuerst Christen genannt wurden, dann nach Zypern, Kleinasien, Nordafrika, Griechenland und Rom. Die einzelnen Kirchen waren durch Briefe und reisende Missionare miteinander verbunden. In dieser Zeit fand die graduelle Abspaltung des Christentums vom Judentum statt, mit einem scharfen Schnitt nach der Eroberung Jerusalems im Jahre 69, und parallel dazu kam es zu den Auseinandersetzungen zwischen Judenchristen und Heidenchristen, bei denen es im Wesentlichen darum ging, wie weit nichtjüdische Christen ans jüdische Gesetz gebunden sind.

Diese Auseinandersetzungen fanden eine erste Lösung im Apostelkonzil. Ebenso entstanden in dieser Zeit die Briefe, Evangelien und übrigen Schriften des Neuen Testaments und kamen nach und nach in den liturgischen Gebrauch parallel zu den von Anfang an verwendeten Schriften des Alten Testaments.

Entwicklung der Urchristen

Wahrscheinlich im Jahr 30 wurde Jesus von Nazareth in Jerusalem gekreuzigt. Seine Anhänger, die kaum mit diesem Ende ihres Herrn gerechnet hatten, zogen sich voller Enttäuschung nach Galiläa zurück und verteilten sich. Nun aber, und hier beginnt die Geschichte des Glaubens, soll Jesus von den Toten auferstanden sein. Und der auferstandene Jesus erschien erst dem Petrus, der die Anhänger wieder zusammenrief, dann den zwölf Jüngern zusammen (1 Kor 15, 5f.). Schließlich soll einer ganzen Schar - Paulus spricht von 500 »Brüdern« - diese Vision zuteil geworden sein. Es folgten dann noch eine Erscheinung vor Jakobus, dem Bruder von Jesus, und zuletzt die vor Paulus selbst, jener »Fehlgeburt«. Der Dienst an der und für die Gemeinde wurde hervorgehoben wie auch die Gastfreundschaft, das Beten und Fasten. Das Liebesmahl (Joh 13,34) und der Liebesdienst (Agape) gewann so erweiterte Bedeutung.

Gerade in dieser Kombination von asketischen Vorschriften, die sich auf die Christen selbst bezogen und auch vor deren eigenem Tod (Martyrium) nicht brachen und der praktischen Nächstenliebe, die sich am Dienst an den Armen, Kranken und Verlassenen, den Witwen und Waisen und den Sklaven vollzog, bereiteten sich nicht nur die Anhänger der neuen Religion auf das nahe Ende vor, sondern gewann diese Gemeinschaft auch nach außen ihre enorme Anziehungskraft. Schon Paulus hatte dies im Ansatz erkannt und daher für die Anfänge einer lokalen Mission nicht die größeren Städte selbst, sondern deren arme Vororte bevorzugt.

Als in der Zeit der Christenverfolgungen, die unter Domitian von 81 bis 96 ihren vorläufigen Höhepunkt erlangten, die Mission schwieriger wurde, konnte daher das Gemeindechristentum insgesamt überleben, wenn nicht erstarken. Die nun vermehrt Verfolgten und Getöteten wurden als Christus Nachfolgende anerkannt und verehrt und eröffneten dem jungen Christentum die ebenso wichtige wie problematische Perspektive einer vorweggenommenen »Endzeit« im persönlichen Bekennertod. Sollte später erhobene Forderung nach nahezu obsessivem Martyrium aber auch innerkirchlich zu Abgrenzung herausfordern, fand die Leidensbereitschaft der Christen außerhalb ihrer Gemeinden viel Anerkennung.

Mit dem Tod des Johannes um etwa 100 endet dann die Phase des Urchristentums. Johannes selbst hatte noch den logos in die christliche Lehre eingeführt und so für die kommenden Probleme ebenso den Boden bereitet, wie für die Akzeptanz, die dem (mittleren) Platonismus nun offene Lehre auch in gehobenen Kreisen bald finden sollte. Die so genannte Nachapostolische Zeit des 2. Jahrhunderts, die nun in den Bereich der Geschichte der Alten Kirche gerechnet wird, sollte dann bestimmt sein durch die Frage der Stellung des Sohnes (mit den Extrema Subordination oder Ditheismus), mit der sich Ignatius von Antiochien auseinandersetzte, von der Auseinandersetzung mit dem Gnostizismus, dem Marcionitismus und dem Montanismus und von der Konsolidierung der allmählich über die Gemeindegrenzen hinaus wachsende und sich darüber hinaus auch als solche begreifenden Kirche.

Eine urchristliche Gemeinde heute

Die Christadelphian-Gemeinden sind eine Gemeinschaft ernsthaft gläubiger Christen, deren ausschließliche Glaubensgrundlage das Wort Gottes in der Bibel ist. Sie weisen darauf hin, dass sie sich auf die Glaubensfundamente Jesu Christi, der Apostel und der ersten Christen berufen. Die Bezeichnung "Christadelphian" ist von den griechischen Wörtern "Christos adelphoi" abgeleitet und bedeutet "Brüder in Christus" (Joh 20,7; Hebr 2,12).

Die Brüder und Schwestern der Christadelphian-Gemeinde glauben an das kommende Reich Gottes auf der Erde und an den Namen Jesu Christi. Sie lassen sich in einem Alter, das eigene Verantwortung zuläßt, in den errettenden Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung der Sünden und hoffen auf die leibhaftige Auferstehung aus den Toten bei der Wiederkunft Christi.
Sie berufen sich dabei nicht auf "neue Offenbarungen", sondern allein auf die Schriften des Alten und Neuen Testaments, die den Weg zur Errettung der Menschen weisen durch den Glauben an Christus Jesus. Sie sind davon überzeugt, daß die Bibel die niedergeschriebene Offenbarung Gottes ist, der man bedingungslos vertrauen kann.
Darum lehnen sie alle christlichen Glaubenslehren ab, die nicht mit den Zeugnissen der Heiligen Schrift harmonieren.
Alle Gemeinden sind nach dem Beispiel der ersten christlichen Gemeinden eigenständig und durch die gemeinsamen Hauptglaubenspunkte und durch die persönlichen Kontakte weltweit miteinander verbunden. Das bedeutet, daß wir keine Weltzentralverwaltung haben, kein Verwaltungszentrum, keine hauptamtlichen "Oberhirten".

Gemeinden in Nordrhein-Westfalen

* Oberhausen *Mönchengladbach *Wermelskirchen *Iserlohn *Siegburg *Hennef *Wachtberg


Welche Menschen möchten Christadelphians ansprechen ?

*die sich ernsthaft mit ihrem Leben und ihrer Umwelt auseinandersetzen und die erkennen, daß unsere Welt nicht nur das Produkt einer evolutionistischen Entwicklung sein kann, sondern der Gott der Bibel der Ursprung der gesamten Schöpfung ist.
*die dem Wort der Bibel ihr Vertrauen schenken und dieses der Maßstab ihres Handelns ist.
*die auch ihre Glaubensgemeinschaft anhand der Bibel prüfen und auswählen. Frei von persönlichen Bindungen, Traditionen und Gewohnheiten.

In der Gemeinde steht die Bibel nicht im Bücherregal, sondern liegt griffbereit zum täglichen Lesen. Sie versuchen den Glauben auf einem ehrlichen, wahrhaftigen und unvoreingenommenen Verständnis der Bibel aufzubauen. Für das Leben gibt es keine wertvollere Hilfe, als sich von Gottes Geist leiten zu lassen. Und darum bitten sie Gott, daß sie Gottes Wort richtig verstehen und es suchenden Menschen in Wahrheit und Liebe weitergeben dürfen.


Ein Leitspruch der Christadelphians

Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jedem guten Werk völlig zugerüstet. (2. Tim.3:16-17)

 
 

[ zurück ]
 


CHRISTADELPHIANS IM NORDEN [www.christadelphian.de/nord]