Das Wort "Evangelium" bedeutet "Gute Botschaft". Im NT bezeichnet das Wort verschiedene Aspekte der göttlichen Offenbarung. Absolut notwendig für die Erlösung des Menschen ist das Evangelium der Gnade Gottes (Röm 2,16). Das ist die frohe Botschaft, dass Jesus Christus am Kreuz für die Sünden der Menschen starb, dass er zu unserer Rechtfertigung von den Toten auferstanden ist, und dass durch Ihn alle, die an Ihn glauben, gerettet werden. Es wird beschrieben als das Evangelium Gottes (Röm 1, 1), weil es den Ursprung in Seiner Liebe hat; als Evangelium Christi (2. Kor 10,14), weil es aus Seinem Opfer fließt, und weil Er der Gegenstand des Glaubens ist; als das Evangelium der Gnade Gottes (Apg 20,24), weil es solche rettet, die das Gesetz verflucht; als ein herrliches Evangelium (2.Kor 4,4; 1.Tim 1,11), weil es sich auf Ihn bezieht, der in der Herrlichkeit ist, und der viele Söhne zur Herrlichkeit bringt (Hebr 2,10); als das Evangelium von eurem Heil (Eph 1,13), weil es die Kraft Gottes zum Heil jedem Glaubenden ist (Röm 1,16); und als das Evangelium des Friedens (Eph 6,15), weil es durch Christus Frieden macht zwischen dem gläubigen Sünder und Gott, und also den inneren Frieden möglich macht.
Ein anderer Aspekt des Evangeliums ist das Evangelium des Reiches (Mt 4,23), d.h. die frohe Botschaft, dass Gott das Königreich des Christus, des Sohnes Davids, als Erfüllung des Bundes mit David auf dieser Erde aufrichten wird (2.Sam 7,16). Die frohe Botschaft dieses Königreiches wurde von den Propheten des AT verkündigt (Jes 9,5.6), durch Christus bei Seinem ersten Kommen (Mt 9,35), und es wird während der großen Bedrängnis (heute) verkündigt werden (Mt 24,14).
Das "ewige Evangelium" (Offb 14,6ff) wird beschrieben als die Verkündigung des göttlichen Gerichts über die Bösen. Es ist die frohe Botschaft für die leidenden Gläubigen, da es ihre kommende Erlösung und Belohnung ankündigt. Im Blick auf diese Tatsache werden alle, "die auf der Erde ansässig sind" aufgefordert, Gott zu fürchten und IHM die Ehre zu geben.
Das Wort "Evangelium" schließt also verschiedene Aspekte der frohen Botschaft von der göttlichen Offenbarung ein. Aber die Tatsache, dass Gott die frohe Botschaft von dem Evangelium der Gnade verkündigt hat und ebenso das Evangelium des kommenden Königreiches und das Evangelium des göttlichen Gerichts über die Bösen und der Befreiung der Gläubigen, bedeutet nicht, dass es mehr als ein Evangelium der Erlösung gibt. Gnade ist die Grundlage zu allen Zeiten und ist unter allen Umständen der einzige Weg der Errettung von der Sünde, sowie die Annahme derselben durch Glauben.. Ein Ausdruck des Glaubens aber ist die gute Tat aus Glauben und der Gehorsam, beginnend in der Taufe, auf den Namen Jesu Christi. (Mk 16, 15.16; Jak 2,17)
Die frohe Botschaft der göttlichen Offenbarung wird dem "anderen Evangelium" gegenübergestellt (2.Kor 11,4; Gal 1,6), von dem Paulus sagt, das es "kein anderes Evangelium" sei, sondern eine Verdrehung des Evangeliums von der Gnade Gottes. Wir werden vor allen seinen verführerischen Formen gewarnt, die alle die Allgenügsamkeit der Gnade, die allein rettet, die erhält und die vollkommen macht, leugnen. Die Lehrer dieses anderen Evangeliums stehen unter dem Fluch (gr. anathema) Gottes (Gal 1,9).
Hierzu einige Beispiele:
Als das Christentum im 4. Jahrhundert nach Christus durch Kaiser Konstantin zur Staatsreligion gemacht wurde, war nicht mehr das ursprüngliche reine Evangelium auf jüdisch-urchristlicher Basis die Herzensangelegenheit der Kirchenführer, sondern nur noch politische und Macht-Motive. Die Haupt-Irrlehre, die auf dem Konzil zu Niccäa 325 n.Chr. beschlossen wurde, war die menschlich-philosophische Lehre von der "Dreieinigkeit Gottes". (mehr zum geschichtlichen Ablauf lesen Sie im Artikel:
Dieses Dogma steht im krassen Widerspruch zu dem, was der allmächtige Gott, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, der Gott und Vater Jesu Christi und der eingeborene Sohn Gottes - Jesus, der Christus - gelehrt und geboten hatten (5.Mose 6,4.5; Mark 12,29.30)!
Gott, der allmächtige Schöpfer des Universums, möchte auf keinen Fall "nach der Menschenweise" verehrt werden, sondern als der Eine Gott Israels, "DER IST UND SEIN WIRD":
"...hüte dich, daß du dich ja nicht verführen läßt, es ihnen nachzutun, nachdem sie vor dir vernichtet sind, und daß du nicht nach ihren Göttern fragst, indem du sagst: Wie dienten diese Nationen ihren Göttern? Auch ich will es so tun! Dem HERRN, deinem Gott, sollst du so etwas nicht antun. Denn alles, was dem HERRN ein Greuel ist, was er haßt, haben sie für ihre Götter getan..." (5. Mose 12, 30)
Wie verantwortungslos diese Abkehr von der reinen biblischen Lehre ist, sagt Jesus selbst. Denn von der richtigen Gotteserkenntnis und von der richtigen Einsicht der Stellung Jesu zu seinem himmlischen Vater hängt unser ewiges Leben ab (Joh 17,3)!
Als Folge dieser Abkehr vom biblischen Wort Gottes und Hinwendung zu dieser großen menschlichen Irrlehre wurden weitere kirchliche Glaubensdogmen aufgestellt (eine Irrlehre zog die andere nach sich), die sich mit dem biblischen Wort nicht mehr vereinbaren lassen, zum Beispiel:
1. "Unsterblichkeit der Seele" (trotz Hes 18,4.20),
2. "Jenseits" als Reich Gottes (trotz Dan 2,44; Ps 2; Jes 2,2-4),
3. Verwerfung des Volkes Israel als Gottes auserwähltes Volk (trotz Röm 11),
4. Kinder- und Säuglingstaufe (trotz Mark 16,15.16 und Röm 6,3-11),
5. "Präexistenz" Jesu (trotz Matth 1,1-17 und Luk 3,23- 38),
6. "Teufel" und "Satan" als gefallener Engel (trotz Jak 1,13.14 und Röm 7,15-24),
7. "Hölle" als Aufenthaltsort des Teufels und Ort der Qual unerlöster Seelen, (trotz Apg 2,27-31 und Hes 32,27-29 nach denen Hölle [hebr.scheol] einfach Grube bedeutet) u. a.
Natürlich ist jedem freigestellt, zu glauben, was er für richtig hält. Aber ob man dadurch Gottes Gnade und Nachsicht und damit das ewige Leben erhält, wenn man sich lieber an menschlichen Vorstellungen statt an Gottes Wort orientiert, ist sehr fraglich. Denn Jesu Warnung ist unmißverständlich:
Das biblische Wort fordert vom Gläubigen, dass dieser sich nicht von der ursprünglichen Lehre abwendet und menschliche Überlieferung und Tradition höher bewertet, als den Willen Gottes zu beachten:
"Als er solches redete, glaubten viele an ihn. Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: "Wenn ihr bleibet in meinem Worte, so seid ihr wahrhaft meine Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!" (Joh 8,30-32)
Hier nun einige Bibelzitate, die unmissverständlich zu verstehen geben, dass die Bewahrung des ursprünglichen Evangeliums, ein wichtiges Anliegen der Apostel ist:
"Wenn aber auch wir oder ein Engel aus dem Himmel euch etwas als Evangelium entgegen dem verkündigten, was wir euch als Evangelium verkündigt haben: er sei verflucht! Wie wir früher gesagt haben, so sage ich auch jetzt wieder: Wenn jemand euch etwas als Evangelium verkündigt entgegen dem, was ihr empfangen habt: er sei verflucht!" (Gal 1, 8.9)
"Seht zu, daß niemand euch einfange durch die Philosophie und leeren Betrug nach der Überlieferung der Menschen, nach den Elementen der Welt und nicht Christus gemäß! Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; und ihr seid in ihm zur Fülle gebracht." (Kol 2, 8.9)
"Seht auf euch selbst, damit ihr nicht verliert, was wir erarbeitet haben, sondern vollen Lohn empfangt! Jeder, der weitergeht und nicht in der Lehre des Christus bleibt, hat Gott nicht; wer in der Lehre bleibt, der hat sowohl den Vater als auch den Sohn." (2. Joh 8.9)
"Du bleibe aber in dem, was du gelernt hast und wovon du Überzeugt bist, da du weißt, von wem du gelernt hast, und weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst, die Kraft haben, dich weise zu machen zur Rettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig sei, für jedes gute Werk ausgerüstet." (2. Tim 3, 14; siehe auch: Apg 17, 11; Matth 7, 21-23)
Allein die Liebe zu Gott und Seinem Sohn Jesus Christus - in dem Bewußtsein, dass Christus für die Sünden der Menschen Sein Leben dahingab - veranlasst nach dem Willen Gottes (nicht einer Institution oder eines Menschen!) zu suchen. Diesen zu akzeptieren und in das Glaubensleben einzubeziehen sollte der größte Wunsch eines jeden ernsthaften Christen sein.
CHRISTADELPHIANS IM NORDEN [www.christadelphian.de/nord]