Bitte lesen Sie zuerst Matth 25,31-46.
Gibt es ein Leben nach dem Tod? Das ist eine Frage, die jeden Menschen interessieren sollte, da sie ausnahmslos jeden Menschen betrifft. Diese Frage ist auch deshalb grundlegend, weil es sich um unsere eigene Zukunft handelt. Im Allgemeinen können wir nur Antworten geben, die die Vergangenheit oder gerade noch die Gegenwart betreffen. Eine Antwort auf jede Frage, die in die Zukunft weist, ist wohl zu überlegen, weil sie nicht auf unserer Lebenserfahrung basiert. Gerade deshalb ist diese Frage „Gibt es ein Leben nach dem Tod?" für uns Menschen höchst interessant und wichtig. Auf sie wollen wir eine Antwort finden. Dabei werden wir verschiedene Meinungen über den Tod hören und dann aus gutem Grund die Bibel sprechen lassen. Bevor wir uns über ein Leben nach dem Tod informieren, müssen wir uns zuerst Gedanken über den Tod machen. Wie stellen Sie sich den Tod vor? Zugegeben, das ist keine angenehme Frage. Dennoch möchte ich sie stellen. Welche Meinungen gibt es über den Tod?
Berichte von Scheintoten
Bestimmt haben Sie auch schon Berichte gelesen, nach denen Menschen klinisch tot waren und von den Ärzten wieder ins Leben zurück geholt wurden. Diese Menschen berichten von den unterschiedlichsten Erlebnissen und Eindrücken. Ganz bekannt ist das Bild, dass der Sterbende durch einen langen schwarzen Tunnel schwebt. Alles ist tiefschwarz, unheimlich und beängstigend. Doch bald taucht in der Ferne ein Lichtpunkt auf. Am Anfang ist er ganz schwach, wird aber ständig größer und heller. Der Gestorbene strebt unaufhaltsam darauf zu. Das Licht kommt näher und näher, und es verbreitet eine wohltuende, angenehme Wärme. Es ist fast erreicht, da schlägt er die Augen auf, und die Welt hat ihn wieder. Die Ärzte haben ihn gerettet und sagen, dass er nach ihrem Eindruck eigentlich schon tot war. Andere haben berichtet, dass sie vom Operationstisch an die Decke geschwebt seien, und den ganzen Verlauf der Operation von oben mit angesehen hätten. Es sei ein wunderschöner Zustand gewesen, leider hätten sie am Ende der Operation wieder in ihren Körper zurückkehren müssen. Auch bei diesen erzählten Begebenheiten waren die Patienten dem offensichtlichen Eindruck nach klinisch tot. Wie können wir solche Erfahrungen beurteilen? Wir haben sie in den seltensten Fällen von jemand direkt erzählt bekommen oder gar selbst erlebt. Gewöhnlich lesen wir darüber in Büchern, Zeitschriften oder in der Zeitung. Dort muss aber nicht immer alles wahrheitsgetreu berichtet sein. Dennoch möchte ich nicht bezweifeln, dass diese Menschen solche Erlebnisse gehabt haben. Sie haben es so erlebt oder gefühlt. Was wirklich mit ihnen passiert ist, ist eine andere Frage. Natürlich haben sich auch die Filmemacher dieses Themas bedient. In einem solchen Film ließen sich beispielsweise junge angehende Ärzte zum makabren Vergnügen ins Koma versetzen und wenig später von ihren Kollegen wieder ins Leben zurückrufen. Dabei wurde die Dauer des Komas als Mutprobe immer mehr verlängert. Auch diese jungen Mediziner berichteten von unterschiedlichen Eindrücken. Bekannt ist ja auch die Meinung, dass im Augenblick des Todes sekundenschnell das ganze Leben nochmals Revue passiert. Interessant fand ich in diesem Film, dass einer aufgrund dieses Rückblicks ein schlechtes Gewissen bekam und versuchte, seine begangenen Fehler wieder gutzumachen. Doch dies geschah nur in einem Film, es ist Fantasie und kann uns keine Antwort geben auf die Frage: „Was ist der Tod?" Allen bisherigen Meinungen ist gemeinsam, dass beim Sterben etwas abläuft. Es ist mal mehr, mal weniger interessant, aber irgend etwas geschieht. Ich habe noch keinen Bericht gelesen, bei dem jemand erzählte, dass er einfach nichts erlebt hat. Vielleicht lohnt es sich nur nicht, so etwas zu veröffentlichen. Diesen Todesberichten ist noch etwas anderes gemeinsam. Alle lebten nach solch einem vermeintlichen Tod wieder. Deshalb möchte ich bezweifeln, ob sie wirklich tot waren. Es gibt ja viele biologische und medizinische Definitionen des Todes und wann er eintritt. Wenn aber jemand danach weiterlebt, dann kann er nicht wirklich tot gewesen sein. Sein Erlebnis beschreibt nicht die Realität des Todes.
Die Antwort der Kirche
Worauf können wir uns noch stützen, um eine verlässliche Aussage über den Tod zu bekommen? Fragen wir die Kirche, so hat sie eine bestimmte Vorstellung vom Tod. Sie erklärt, dass der Mensch aus zwei Komponenten besteht: zum einen aus seinem Körper, und zum anderen seiner Seele, die unsterblich sei. Wie in dem vorhin erzählten Erlebnis im Operationssaal trennt sich die Seele im Augenblick des Todes vom Körper und ist befreit. Der Körper zerfällt und die Seele kommt entweder in das Fegefeuer oder in die Hölle, oder darf zu Gott in den Himmel aufsteigen. Der Tod ist demnach die Trennung der beiden Komponenten Körper und Seele. Damit haben wir auch schon eine Antwort auf die Frage nach einem Leben nach dem Tod erhalten. Diese Antwort besagt, dass gerade durch den Tod unter Umständen ein viel besseres Dasein beginnen kann. Diese Ansicht wurde mir durch meine Tochter bestätigt, die erzählte, was sie im Kindergarten gehört hatte. Nach dem Tod der Oma eines Kindergartenkindes sei diese Oma jetzt im Himmel. So wurde ihr im Kindergarten diese schwierige Situation erklärt.
Bedeutet der Tod nicht das Ende?
Aus dem bisher Betrachteten könnten wir annehmen, dass der Tod ein nahtloser Übergang in einen anderen Zustand ist. Der Tod ist nicht das Ende, sondern ist ein Durchgangsstadium. Damit ist der Tod eigentlich kein Feind, sondern vielmehr ein Freund, der einem nicht Angst bereiten, sondern ein Weiterleben im Himmel eröffnen soll. Ist nicht die Kernaussage aller Meinungen, die wir über den Tod kennen, diese: „Der Tod ist gar nicht so schlimm!" - Stimmt das wirklich? Was ist mit diesen Meinungen, die dem menschlichen Denken entstammen, wenn das Gehirn eines Tages stirbt? Ist auf diese Ansichten wirklich Verlass oder vergehen sie, wenn der Mensch vergeht?
Die biblische Beschreibung des Todes
Wir sollten uns gerade bei dieser Frage eine andere Informationsquelle suchen. Wer kann uns eine verlässliche Antwort auf die Frage nach dem Tod geben? Nun, ich denke, das kann nur derjenige, der den Tod eingeführt hat - Gott. Gott hat den Tod über die Menschen gebracht als Bestrafung für die Sünde, und Er kann ihn auch beschreiben. In Seinem Wort, der Bibel, hat Er alles Notwendige darüber aufschreiben lassen. Für einen Gläubigen ist klar, dass die Bibel die höchste Autorität besitzt, da sie von Gott eingegeben wurde (2.Tim 3,16). Also sollten wir doch darin eine Antwort auf unsere Frage finden.
Die Bestandteile des Menschen
Gehen wir ganz an den Anfang der Bibel und damit auch an den Anfang der Menschheitsgeschichte zurück. Noch vor dem Menschen erschuf Gott die Erde, die Pflanzen und die Tiere. Bei deren Erschaffung heißt es:
„Und Gott sprach: „Es sollen die Wasser vom Gewimmel lebender Wesen wimmeln, und Vögel sollen über der Erde fliegen unter der Wölbung des Himmels! (1.Mose 1,20)
Im Wasser sollten lebende Wesen oder Lebewesen entstehen. So wurde es von Gott gesagt, und so geschah es auch. Zuletzt erschuf Er den Menschen, und im zweiten Kapitel der Bibel erfahren wir, wie das geschah:
„… da bildete Gott, der HERR, den Menschen, [aus] Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele (Lebewesen)" (1.Mose 2,7).
Im Menschen sind demnach tatsächlich zwei Komponenten wirksam: der Staub der Erde, aus dem der Körper gebildet wurde, und der Atem des Lebens oder Lebensodem Gottes. Diese beiden Komponenten ergeben eine lebendige Seele oder ein lebendiges Wesen. Demnach hat der Mensch keine lebendige Seele, sondern ist eine lebendige Seele. Hier wird nichts anderes beschrieben als vorher auch bei den Tieren im Wasser.
Der Vergleich des Menschen mit dem Vieh
Solange diese beiden Komponenten sind, lebt der Mensch. Was aber passiert, wenn sie getrennt werden, wenn Gott Seinen Teil, den Lebensodem, wieder zurücknimmt? Darüber hat der Prediger Salomo nachgedacht und vergleicht diese Situation wieder mit dem Geschick der Tiere. Er stellt fest:
„Denn das Geschick der Menschenkinder und das Geschick des Viehs - sie haben ja ein [und dasselbe) Geschick - [ist dies]: wie diese sterben, so stirbt jenes, und einen Odem haben sie alle. Und einen Vorzug des Menschen vordem Vieh gibt es nicht, denn alles ist Nichtigkeit. Alles geht an einen Ort. Alles ist aus dem Staub geworden, und alles kehrt zum Staub zurück" (Pred 3,19-20).
Das sind drastische Worte, die wir vielleicht nicht so gerne hören. Sie stammen jedoch aus der Bibel und werden von uns deshalb akzeptiert. In diesem Punkt sind wir demnach den Tieren beziehungsweise allen anderen Lebewesen gleich. Nimmt Gott Seinen Odem wieder zurück, hört der Mensch auf zu leben und der Körper zerfällt wieder zu Staub.
Der Tod ist die Endstation!
Der Tod ist dieser Beschreibung nach kein Durchgangsstadium, sondern die Endstation. Den drastischen Gegensatz zwischen den Lebenden und den Toten beschreibt wiederum der Prediger Salomo etwas später:
„Das ist ein Übel in allem, was unter der Sonne geschieht, dass einerlei Geschick allen zuteil wird. Auch ist das Herz der Menschenkinder voll Bosheit, und Irrsinn ist in ihrem Herzen während ihres Lebens; und danach [geht es] zu den Toten. Ja, wer noch all den Lebenden zugesellt ist, [für den] gibt es Hoffnung. Denn selbst ein lebendiger Hund ist besser [daran], als ein toter Löwe! Denn die Lebenden wissen, dass sie sterben werden, die Toten aber wissen gar nichts, und sie haben keinen Lohn mehr, denn ihr Andenken ist vergessen. Auch ihr Lieben, auch ihr Hassen, auch ihr Eifern ist längst verloren gegangen. Und sie haben ewig keinen Anteil mehr an allem, was unter der Sonne geschieht ... Alles, was deine Hand zu tun findet, das tue in deiner Kraft! Denn es gibt weder Tun noch Berechnung, noch Kenntnis, noch Weisheit im Scheol (Grab), in den (das) du gehst" (Pred 9,3-6a.10).
Dies besagt, dass uns in unserem jetzigen Leben alle Möglichkeiten offen stehen. Wir können alles Mögliche nur tun, bis wir sterben, denn im Tod gibt es keinerlei Aktivität mehr, alles ist zu Ende. Das ist die biblische Antwort auf die Frage nach dem Tod. Er ist die Endstation des Lebens. Der Mensch - das Lebewesen - kann im Tod nichts mehr tun und wird wieder zu Staub.
Die Überwindung des Todes durch die Auferstehung
Es gibt keine Kontinuität zwischen diesem Leben nach dem Tod. Gibt es dann überhaupt eine Hoffnung über den Tod hinaus? Kann der Mensch nach seinem Tod wieder leben? Kann der Tod überwunden werden? Die Antwort lautet: „Ja". Es gibt ein Leben nach dem Tod. Aber im Gegensatz zu allen vorhin erwähnten Meinungen gibt es keinen nahtlosen Übergang zwischen dem jetzigen Leben und dem zukünftigen. Der Tod stellt eindeutig einen Bruch dar. Er ist wie eine tiefe, unüberwindbare Kluft, denn vom Menschen bleibt ja nichts übrig. Der Körper zerfällt und der Lebensodem, den Gott zurückgenommen hat, beinhaltet sicher keine Eigenschaften eines bestimmten Menschen. Es ist ein neutraler Lebensodem, den sogar die Tiere bekommen haben (Ps 104,29).
Die Toten werden lebendig werden
Und doch glaubten während der ganzen, von der Bibel geprägten Menschheitsgeschichte immer wieder Menschen daran, dass die Toten wieder lebendig gemacht werden können. Das kann natürlich nur durch Gott geschehen oder durch denjenigen, dem Er die Vollmacht dazu gegeben hat. Paulus berichtet im Römerbrief über die Glaubenseinstellung Abrahams, der von Gott großartige Verheißungen erhielt und in einer sehr schweren Prüfung seinen Sohn, auf den sich die Verheißung bezog, opfern sollte. Paulus schreibt darüber:
„... wie geschrieben steht: Ich habe dich (Abraham) zum Vater vieler Nationen gesetzt' - vordem Gott, dem er glaubte, der die Toten lebendig macht und das Nichtseiende ruft, wie wenn es da wäre" (Röm 4,17).
Abraham war davon überzeugt, dass es Gott möglich wäre, Tote wieder lebendig zu machen. Dabei ist es nicht notwendig, dass vom Toten etwas weiter existiert, denn Gott kann das „Nichtseiende" erschaffen oder wieder herstellen. Gott ist es also möglich, diesen Bruch zu überwinden. Er kann den Toten wieder lebendig machen.
Diese Vollmacht gab Gott manchen Menschen. Zum Beispiel dem Propheten Elia (1.Kön 17,22), der durch Gottes Hilfe den Sohn einer Witwe wieder ins Leben zurückrufen durfte. Elia war während einer Hungersnot bei dieser Witwe untergekommen, und Gott segnete sie. Doch dann starb ihr einziger Sohn, aber Elia griff ein:
„Und er (Elia) streckte sich dreimal über das Kind hin und rief zum HERRN und sprach: HERR, mein Gott, lass doch das Leben dieses Kindes wieder zu ihm zurückkehren! Und der HERR hörte auf die Stimme Elias, und das Leben des Kindes kehrte zu ihm zurück, und es wurde [wieder] lebendig. Da nahm Elia das Kind und brachte es vom Obergemach ins Haus hinab und gab es seiner Mutter; und Elia sagte: Siehe, dein Sohn lebt! (1.Kön 17,21-23)
Natürlich bekam auch Gottes Sohn, Jesus, diese Vollmacht, die er bei seinem Freund Lazarus bewies, als dieser wieder aus seinem Grab herauskam. Die Trauergäste rieten Jesus davon ab, Lazarus wieder lebendig zumachen, weil der Tote schon zu verwesen begann, was bei den warmen Temperaturen in Israelverständlich ist. Doch Jesus rief mit lauter Stimme:
„Lazarus, komm heraus! Und der Verstorbene kam heraus, an Füßen und Händen mit Grabtüchern umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch umbunden. Jesus spricht zu ihnen: Macht ihn frei und lasst ihn gehen" (Joh 11,43b.44).
Später hatten die Apostel auch diese Gabe erhalten, Tote aufzuwecken. Petrus durfte mit Gottes Hilfe Tabita wieder lebendig machen. Sie war gestorben, und viele trauerten um sie:
„Petrus aber trieb alle hinaus, kniete nieder und betete. Und er wandte sich zu dem Leichnam und sprach: Tabita, steh auf! Sie aber schlug ihre Augen auf, und als sie Petrus sah, setzte sie sich auf. Er aber gab ihr die Hand und richtete sie auf; er rief aber die Heiligen und die Witwen und stellte sie lebend vor" (Apg 9,40-41).
Alle diese Beispiele belegen, dass es Gott möglich ist, Menschen aus dem Tod wieder ins Leben zurufen. Dies ist allein die Kraft Gottes, die das ausführen kann. So sagte Gott schon zu Seinem Knecht Mose:
„Seht nun, dass ich, ich es bin und kein Gott neben mir ist! Ich, ich töte und ich mache lebendig, ich zerschlage und ich, ich heile; und es gibt keinen, der aus meiner Hand rettet!" (5.Mose 32,39)
Notizen aus dem Buch des Lebens
Wie ist es nun möglich, dass Gott die Menschen den Tod überwinden lässt? Der wieder lebendig gemachte Mensch muss doch dem gleich sein, derer im vergangenen Leben schon war. Er wird nicht nur denselben Namen tragen, sondern bestimmt auch die gleichen Eigenschaften besitzen. Nun - wir können darauf vertrauen, dass bei Gott kein Ding unmöglich ist. Er gibt uns sogar Hinweise darüber, wie Er es vollbringen wird. Durch die ganze Bibel zieht sich der Gedanke, dass vor Gott Bücher über die Menschen geschrieben werden. Schon Mose war dieser Überzeugung, und als Gott Israel verwerfen wollte, sprach Mose zu Gott:
„Und nun, wenn du doch ihre Sünde vergeben wolltest! Wenn aber nicht, so lösche mich denn aus deinem Buch, das du geschrieben hast, aus" (2.Mose 32,32).
Dieser Gedanke wird auch im Neuen Testament von Paulus aufgegriffen und etwas genauer beschrieben. Er ermahnt die Philipper:
„Ja, ich bitte auch dich (Epaphroditus), mein rechter Gefährte, stehe ihnen bei, die in dem Evangelium zusammen mit mir gekämpft haben, auch mit Clemens und meinen übrigen Mitarbeitern, deren Namen im Buch des Lebens sind" (Phil 4,3).
Paulus bezeichnet dieses Buch als „das Buch des Lebens". Es sieht so aus, als würden in diesem Buch die Namen derer festgehalten, die die Auferstehung erleben werden. Gott benötigt solche Aufzeichnungen nicht, aber Er hat es uns auf diese Weise mit den „Büchern" verständlich gemacht. Bücher sind für uns das Medium, durch das wir früher Aufgeschriebenes wieder nachvollziehen können. So wird für uns die Situation des Gerichts, die Johannes in seiner Offenbarung festgehalten hat, verständlich. Die Toten werden wieder lebendig und stehen vor dem Richterstuhl:
„Und ich sah die Toten, die Großen und die Kleinen, vordem Thron stehen, und Bücher wurden aufgeschlagen; und ein anderes Buch wurde aufgeschlagen, welches das des Lebens ist. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben war, nach ihren Werken" (Offenbg 20,12).
Alles Wesentliche über den Menschen wird aus den Büchern entnommen. Gottes Wort sagt dies. Es ist deshalb die akzeptable und nachvollziehbare Möglichkeit, nach der Gott den gleichen Menschen zu einem späteren Zeitpunkt, lange nach dessen Tod und Zerfall in Erde oder Staub, wieder erschaffen kann. Hier ist die Antwort auf die Frage: „Kann der Tod überwunden werden?" Der Tod kann gemäß den Aussagen der Bibel durch die Auferstehung überwunden werden.
Die Erlösung vom Tod durch die Auferstehung zum ewigen Leben - aber: noch besteht Todesgefahr durch das Gericht
Aus der letzten Bibelstelle haben wir erfahren, dass die Toten gerichtet werden. Gericht kann nun entweder zu Belohnung oder Bestrafung führen. Dies macht Jesus in der eingangs gelesenen Bibelstelle von den Böcken und Schafen sehr deutlich. Hierzu nochmals auszugsweise einige Verse:
„Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er auf seinem Thron der Herrlichkeit sitzen; und vor ihm werden versammelt werden alle Nationen, und er wird sie voneinander scheiden, wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet. Und er wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zur Linken. Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: „Kommt her, Gesegnete meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an'; ... Dann wird er auch zu denen zur Linken sagen: „Geht von mir, Verfluchte, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!'... Und diese werden hingehen in die ewige Pein (ewige Strafe: Züricher Bibel), die Gerechten aber in das ewige Leben" (Matth 25,31-46).
Jesus wird demnach auf seinem Richterstuhl die Menschen beurteilen und mit ewigem Leben belohnen oder mit dem Gegenteil, dem ewigen Tod, bestrafen. Den gleichen Gedanken greift Johannes in seinem Evangelium auf, wenn er schreibt:
„Denn wie der Vater Leben in sich selbst hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, Leben zu haben in sich selbst; und er hat ihm Vollmacht gegeben, Gericht zu hasten, weil er des Menschen Sohn ist. Wundert euch darüber nicht, denn es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und hervorkommen werden: die das Gute getan haben, zur Auferstehung des Lebens, die aber das Böse verübt haben, zur Auferstehung des Gerichts (zur Verurteilung)" (Joh 5,26-29).
Gott hat Jesus die Vollmacht gegeben, Gericht zu halten und über ewiges Leben oder ewigen Tod zu entscheiden. Die eine Gruppe der Toten wird also auferstehen, um nach dem Gericht ewiges Leben zu erhalten. Die andere Gruppe wird auferstehen, um durch das Gericht zum ewigen Tod verurteilt zu werden (Dan 12,2). So beschreibt uns die Bibel das zukünftige Gericht.
Erlösung bedeutet, dass der Tod keine Macht hat
Wir haben gesehen, dass die bisher oder früher Auferstandenen weiterhin dem Tod ausgeliefert waren. Also haben sie zwar den Tod kurzfristig überwunden, sind aber noch nicht vom Tod erlöst worden. Die Bibel sagt uns aber zu, dass wir vom Tod ganz und gar erlöst werden können. Einen einzigen Menschen hat Gott bisher vollständig und für immer vom Tod erlöst: Seinen Sohn Jesus. Und Paulus ermuntert uns in seinem zweiten Brief an die Korinther:
„ ... denn wir wissen, dass der (Gott), welcher den Herrn Jesus auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und mit euch vor sich stellen wird" (2.Kor 4,14).
Dies ist die Hoffnung für die Gläubigen, dass sie so auferweckt werden wie Jesus. Gott will uns dasselbe schenken, wie Seinem Sohn, der Gottes Willen vollkommen erfüllte - im Gegensatz zu uns Sündern. Das ist wirklich eine außerordentliche Gnadengabe Gottes für uns.
Jesus beschreibt in einem Streitgespräch mit den Sadduzäern, wie dieser neue Zustand einmal sein wird:
„Und Jesus sprach zu ihnen: „Die Söhne dieser Welt heiraten und werden verheiratet; die aber würdig geachtet werden, jener Welt teilhaftig zu sein und der Auferstehung aus den Toten, heiraten nicht, noch werden sie verheiratet; denn sie können auch nicht mehr sterben, denn sie sind den Engeln gleich und sind Söhne Gottes, da sie Söhne der Auferstehung sind" (Luk 20,34-36).
Diese Auferstandenen haben die Zusicherung, dass sie nie mehr sterben werden. Also sind sie wirklich vom Tod erlöst. Noch deutlicher wird Paulus in seinem ersten Brief an die Korinther, wo er das ganze 15. Kapitel der Auferstehung widmet:
„Wenn aber dieses Verwesliche Unverweslichkeit anziehen und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen wird, dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: „Verschlungen ist der Tod in Sieg. Wo ist, o Tod, dein Sieg? Wo ist o Tod, dein Stachel? (1.Kor 15,54.55)
Paulus beschreibt hier den krassen Gegensatz zwischen unserem jetzigen Zustand der Sterblichkeit und Verweslichkeit und der zukünftigen Unsterblichkeit und Unverweslichkeit. Der Tod hat über die Erlösten keine Macht mehr.
Das Geschenk des ewigen Lebens
Diesen Zustand der Unverweslichkeit und des ewigen Lebens hat auf Erden bisher nur Jesus durch sein Lebenswerk erreicht. Jesus ist die erste „neue Kreatur" (2.Kor 5,17; Gal 6,15; Kol 1,15) der zukünftigen Weltzeit. Übrigens ist Gott der einzige, der von jeher Unsterblichkeit besessen hat (1.Tim 6,16). Sein Sohn Jesus hat diesen Zustand von Ihm geschenkt bekommen. Gott hat diese Hoffnung auch den Menschen gegeben, die an Seinen Sohn glauben und an Seine Prophetie, wie Paulus im Römerbrief bestätigt:
„Der Geist selbst bezeugt [zusammen] mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind. Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden" (Röm 8,16-17).
Als Kinder Gottes sollen wir künftig so wie Jesus verherrlicht werden. Ist das nicht eine wunderbare Aussicht auf ein späteres Leben nach dem Tod?
Die Schreiber des Neuen Testaments werden nicht müde, diese Glaubenshoffnung wieder und wieder zu erwähnen. Auch Johannes schreibt in seinem ersten Brief:
„Seht, welch eine Liebe uns der Vater gegeben hat, dass wir Kinder Gottes heißen sollen! Und wir sind es. Deswegen erkennt uns die Welt nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat. Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, dass wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist" (1.Joh 3,1-2).
Die Aufgaben im Reich Gottes
Vielleicht fragen Sie sich jetzt, was wir denn mit einem ewigen Leben anfangen sollen. Auch darüber gibt uns die Bibel Auskunft. Wenn Jesus auf diese Erde zurückgekommen ist und Gericht gehalten hat, wird er ein weltweites Friedensreich durch die Erneuerung der Erde aufrichten. Während dieses 1000-jährigen Reiches wird er nicht nur in Gerechtigkeit über die Menschen regieren, sondern die Erde auch wieder regenerieren. Die von uns Menschen ausgebeutete Schöpfung Gottes soll wieder in Ordnung gebracht und in Stand gesetzt werden. Dies ist eine große Aufgabe, bei der Jesus viele Helfer benötigt. Und genau das wird die erste Aufgabe der Erlösten sein - Jesus bei der Vollendung seines Werkes zu unterstützen. Das wird den Gläubigen in der Offenbarung des Johannes zugesichert:
„Glückselig und heilig, wer teilhat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm herrschen tausend Jahre" (Offenbg 20,6).
Diejenigen, über die der zweite Tod keine Macht mehr hat, sind auferstanden und nach dem Gericht zu Unsterblichen verwandelt worden. Sie haben die Aufgabe, als Priester mit Jesus die 1000 Jahre zu herrschen. Was nach diesem Friedensreich geschehen wird, das die Erde zu einem weltweiten Garten Eden umgestaltet, darüber berichtet die Bibel nichts mehr. Aber Gott wird dann mit Seinen Erlösten in vollkommener Harmonie leben, denn Gott wird dann alles in allen sein (1.Kor 15,28).
Das ist für uns eine herrliche Zukunftsaussicht auf ein Leben nach dem Tod. Diese Hoffnung basiert nicht auf irgendwelchen fragwürdigen Erlebnissen oder Vorstellungen von Menschen. Sie gründet sich auf die Aussagen der von Gott autorisierten Bibel. Sie ist für uns die einzig gültige Quelle, wenn es um Aussagen über die Zukunft der Menschheit geht.
Zusammenfassung
Wir haben gesehen, dass es sehr unterschiedliche Meinungen gibt über den Tod und was danach passiert. Bei einer solch wichtigen Frage sollten wir uns überlegen, auf welche Quellen wir uns stützen wollen. Die einzige für uns verlässliche Quelle ist die Bibel, die den Tod in drastischer Weise beschreibt. Dieser Tod, als Strafe für die Sünden, bedeutet das Ende des menschlichen Daseins. Die einzige Chance, den Tod zu überwinden, ist die Auferstehung. Zwischen Tod und Auferstehung gibt es keinen direkten Übergang, denn vom Menschen bleibt bei seinem Tod nichts übrig. Die Auferstehung ist das Mittel, mit dem Gott die Gläubigen wieder lebendig macht. Danach werden sie durch Jesus Christus gerichtet. Er entscheidet, wer ewiges Leben oder ewigen Tod erhält (Matth 25,31-46; 2.Kor 5,10). Er wird dann die Seinen endgültig vom Tod erlösen, indem er sie mit Unsterblichkeit überkleidet. Diese Erlösten dürfen mit Jesus und Gott in Ewigkeit leben. Das ist die von Gott zugesicherte Aussicht auf ein Leben nach dem Tod.
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